Izegrim - New World Order

Review

Galerie mit 20 Bildern: Izegrim – Summer Breeze Open Air 2019

Soso, aus dem „Puppet State of the Netherlands“ stammen IZEGRIM also. Woher hier der Wind weht, deutet bereits die Überschrift der beiliegenden Presse-Info überdeutlich an. „Dutch Totalitarian Thrash“ nennen die fünf Holländer ihren Stil. Ob man diese plumpen Fascho-Plattitüden wirklich ernst meint oder nur damit provozieren will, für solch deplazierte Geschmacklosigkeiten gibt’s von mir in jedem Fall den ersten Punktabzug. Mit ihrer Musik wird das Quintett ohnehin niemanden hinter dem Ofen vorlocken können. Was hier geboten wird, sind 08/15-Thrash-Riffs, die man alle schon einmal irgendwo in besserer Form gehört hat. Vereinzelte DeathMetal-Einflüsse, machen das Ganze leider auch nicht wirklich interessanter. Die mäßige Produktion trägt ihr übriges dazu bei, dass die vier Tracks auf „New World Order“ nicht amtlich aus den Boxen knallen, sondern lediglich gepflegte Langeweile hervorrufen. Hier verabschieden sich die nächsten drei Punkte auf Nimmerwiedersehn. Immerhin passt sich der Gesang von Sängerin Krisz dem Niveau der Instrumentalfraktion an. Ihre wüsten Shouts klingen in etwa so böse wie ein dreijähriges Mädchen, dem man gerade seine Lieblingspuppe weggenommen hat – nur dass dieses Mädchen eben von ganz fürchterlichen Halsschmerzen geplagt wird. Mit dem furios-psychopathischen Gekeife einer Angela Gossow hat das hier Gebotene jedenfalls nichts zu tun. Die Texte, die dabei rezitiert werden, besitzen die lyrische Eleganz eines Medikamenten-Beipackzettels. Falls die omnipräsenten faschistoiden Hetzparolen gegen Muslime und die moderne Demokratie tatsächlich als Ironie verstanden werden sollten, schafft die Band es, diesen Umstand geschickt zu verbergen. Gesang und Texte kosten weitere zwei Punkte. Abgerundet wird das Album von einem äußerst häßlichen olivgrünen Artwork. Angesichts der fragwürdigen politischen Gesinnung hinterlässt auch das an zentraler Stelle des Booklets abgedruckte Bertolt Brecht-Zitat einen bitteren Nachgeschmack. Im Gesamtkontext des Albums wirkt es wie eine Verunglimpfung des vielleicht interessantesten deutschen Lyrikers des 20. Jahrhunderts. Hier verschwindet ein weiterer Punkt in den ewigen Jagdgründen. Ob die Band ihr fragwürdiges Image nun aus Überzeugung oder nur um der Provokation willen aufrecht erhält, selbst in ihren besten Momenten kommt diese Mini-CD nicht über die Mittelmäßigkeit hinaus. Immerhin verkündet das Quintett im Beipackzettel, dass man sich weder nach einem Label umschauen, noch „irgendwem etwas beweisen“ möchten. Insofern besteht Hoffnung, dass die Band auch künftig keinen Popularitätsschub verzeichnen können und man mit künftigen Produkten der Band ebenso verfahren wird, wie man es mit diesem uninspirierten Schundwerk tun sollte: Einfach ignorieren…

06.12.2005

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