Lacrimas Profundere - Lay Me Down O Silent Fear

Review

Vier Jahre nach „How To Shroud Yourself With Night“ veröffentlichen LACRIMAS PROFUNDERE ihr neues Album, das mit „Lay Me Down O Silent Fear“ einen ähnlich schwergewichtigen Namen trägt. Seit dem Einstieg von Sänger Julian Larre im Jahr 2018 entwickelt sich die Band um Gründungsmitglied Oliver Nikolas Schmidt zunehmend aus dem reinen Gothic-Kokon heraus und lässt verstärkt moderne Elemente in ihre Musik einfließen. Das hat uns bereits auf dem Vorgänger gefallen, und wir sind gespannt, wie uns das neue Album mundet.

LACRIMAS PROFUNDERE loten ihre Genregrenzen weiter aus

Mit „Days Of Doom“ haben wir einen Opener, der noch recht klassisch im Gothic Metal verwurzelt ist, bevor wir mit „Nevermore“ stark in Richtung MONO INC. schielen. Einfacher gesagt könnte auch die Zeit zwischen „Ave End“ und „Songs For The Last View“ Pate gestanden haben. Schon bei diesen beiden Liedern wird klar, welche stimmliche Bandbreite Larre besitzt. Der Frontmann ist ein großer Gewinn für die Band.

Mit „O Silent Fear“ wird es dann richtig hart, und das Stück kracht mit Death-Einflüssen aus den Boxen, bevor es mit „Agony (In Dread And Dust)“ in Richtung Doom geht – inklusive Gesang, der ordentlich Pathos vermittelt. Auch „Faceless“ und „Arcane Promises“ halten dieses Niveau. Die Mischung aus Härte, Eingängigkeit und dezenten elektronischen Sounds in Kombination mit dem bekannten Gothic Metal kann sich hören lassen.

„Veil XV“ entpuppt sich als starke, schmalzfreie Power-Ballade, während der bedeutungsschwangere Titel „At The End Of A Dream Lies The Hope You Once Killed“ das 14. Album der alteingesessenen Band abschließt.

Was bleibt also? Natürlich eine druckvolle, saubere Produktion, aber auch ein hervorragender Sänger und ein Strauß starker Songs. LACRIMAS PROFUNDERE werden in ihrer Karriere keine Teenie-Schwärme mehr, wobei der Frontmann deutlich jünger ist als der Rest der Band. Auch der Core-Anteil fällt weniger stark aus als noch auf dem Vorgänger.

„Lay Me Down O Silent Fear“ ist vielseitig und ein Grower

Viele Stücke von „Lay Me Down O Silent Fear“ entfalten ihre Wirkung erst nach mehrmaligem Hören. Somit ist die Platte eindeutig ein Grower und sollte nicht vorschnell als „das nächste LACRIMAS-Album“ im Schrank verschwinden. Ebenso klingt sie weder nach Alters- noch nach Abschiedswerk.

18.09.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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