Lacrimas Profundere - Bleeding The Stars

Review

Soundcheck Juli 2019# 4 Galerie mit 18 Bildern: Lacrimas Profundere - Rockharz 2019

Beim letzten Album „Hope Is Here“ (2016) hagelte es von unserem Reviewgott Dominik Rothe eiserne Kritik für LACRIMAS PROFUNDERE. Nach der vorgezogenen Single-Auskopplung „Father Of Fate“ stellt sich nun „Bleeding The Stars“ den Fans und Journalisten. Erstmalig mit dabei ist Julian Larre aus Mexiko, der die personell neu aufgestellte Band am Mikrofon vervollständigt hat. Erstaunlich ist, dass Julian bisher primär über YouTube-Cover bekannt ist. Moderne Zeiten.

LACRIMAS PROFUNDERE stehen weitestgehend außerhalb der metallischen Weltenordnung

Natürlich agieren LACRIMAS PROFUNDERE auch auf ihrem neuen Album im bekannten Duktus. Poppige Harmonien treffen auf gothische Schwere, die nur in gröbsten Ansätzen an metallische Wurzeln erinnern. Stattdessen schwelgt die Band in romantisierter Tiefgründigkeit und schönstem Weltschmerz. Wer an eine härtere Variation der Schlüpferstürmer HIM denkt, wird nicht vollständig aufs Glatteis geführt. Die Schublade Gothic Rock kommt der Wahrheit sehr nahe.

Dreh- und Angelpunkt dieser Überlegungen ist sodann die Treffergenauigkeit eben jener poppigen Melodien. Diesbezüglich haben LACRIMAS PROFUNDERE an Zielgenauigkeit zugelegt und zaubern mit „After All Those Infinities“, „Celestite Woman“ und „The Kingdom Solicitude“ (Growls!) mehrere schöne Blickpunkte aufs Tableau. Die Stimme von Julian Larre passt dabei wie die Faust aufs Auge und fügt sich harmonisch in den Sound der Band ein.

Allerdings kann nicht das gesamte Album den Spannungsbogen dieser Stücke aufrechterhalten, sodass einiges auf „Bleeding The Stars“ erneut zwischen Langeweile und poppiger Belanglosigkeit einzuordnen ist. „A Sip Of Multiverse“ zum Ende des Albums kann als bestes Beispiel für diese Kritik fungieren. Ansonsten ist „Bleeding The Stars“ selbstredend hoch professionell produziert und technisch gesehen über alle Kritik erhaben. Der Sound ist modern und erstrahlt in angenehm gruftiger Kälte.

Dennoch sollte sich jeder Interessent der übergreifenden Zugänglichkeit der Band gegenüber aufgeschlossen zeigen. Ohne überbordende Toleranz hinsichtlich dieser Öffnung wird „Bleeding The Stars“ zur schwer bekömmlichen Gothic-Rock-Operette.

Gute Reise mit „Bleeding The Stars“

LACRIMAS PROFUNDERE bieten im Jahr 2019 nette und seichte Unterhaltung, welche allerdings die Nähe zu ihren metallischen Wurzeln vergessen hat. Das ist schade, denn eine Portion Doom, Death oder Black Metal würde die Band sicherlich nach vorne bringen. Somit bleibt ein durchschnittliches Album für Freunde sanfter Töne.

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19.07.2019

Stellv. Chefredakteur

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9 Kommentare zu Lacrimas Profundere - Bleeding The Stars

  1. L@THERIVERFLOW sagt:

    Ich bin sehr gespannt auf das Album und immer noch ein riesen Fan der Band – zumindest bis 2007 als noch Christopher Schmid am Mikro war. Ich hoffe doch sehr es geht wieder mehr in die Richtung Filthy Notes of Frozen Hearts. Das was ich bisher gehört habe klingt zumindest schonmal nicht verkehrt…
    Ich konnte leider nach C. Schmid nichts mehr mit der Band anfangen und freue mich daher sehr auf neues Material in weitestgehend neuer Besetzung.

  2. Skullmug sagt:

    Ich frage mich grade ob ihr das Album mehr als einmal gehört habt oder nicht. Wenn der Metal Hammer es als Album des Monats feiert und selbst das Legacy, das ja mehr im Extrem Metal zuhause ist, das Album großartig findet könnt ihr wohl mehr als daneben liegen. Nur 6 Punkte? Da spricht mehr die persönliche Abneigung heraus. Eine faire Benotung oder Einschätzung der Scheibe ist wohl nicht drin oder?

    10/10
    1. doktor von pain sagt:

      Eine „faire“, „nicht daneben liegende“ Bewertung wäre also die, die deiner Meinung entspricht, richtig? Ja, so einfach ist das.

      1. Cradle of Borgir sagt:

        Nein, ich denke die drei Vorab Singles sind sehr METAL und das Intro Riff im Videoclip unter der Review sogar richtig böse. Komme eigentlich auch aus ner anderen Ecke, aber besonders die letzte Auskopplung THE KINGDOM SOLICITUDE ist doch richtig gut gemachter Dark Metal. Klar die Geschmäcker sind verschieden, aber wenn sich hier, bis auf Metal.de alle Magazine mit Lobeshymnen überschlagen und auch hier das Album auf #4 geht, darf man doch fragen, ob der werte Schreiber die Platte nur nicht verstehen wollte. Also, jedem sein Recht auf die eigene Meinung, so auch mein Recht auf die meine und die ist: das ganze Review ist grosser Mist, Punkt!

    2. Tremmelfeuer sagt:

      Im Aktuellen Rock Hard gibt es auch nur 6,5 Punkte, somit liegt der Kollege mit seiner Benotung doch ganz gut, kann natürlich sein, das der Kollege vom Rock Hard auch eine persönliche Abneigung gegen die Band hat.

      1. Cradle of Borgir sagt:

        Rock Hard kommt doch erst am 24. Juli raus? Egal, keiner spricht hier von einer Abneigung des Redakteurs und 6 Punkte sind ja auch kein Verriss. Ich finde jedoch die Platte atmet den Doom, das Songwriting ist richtig böse und das Review gaukelt einem eine härteren HIM Abklatsch vor. In Wirklichkeit höre ich jedoch Primorial, alte Anathema wie Type o und Paradise Lost und freue mich das Album so verstanden zu haben wie die Jungs hier im link
        https://m.youtube.com/watch?v=Sy94LgtHa1M&t=701s

  3. siboh sagt:

    Ich kann ihr schlechte Bewertung für das Album ganz und gar nicht nachvollziehen. Nach dem die Zeitschrift „Metal Hammer“ es auf Platz 1 gewählt haben und ich die Songs „Fater of Fate, The Kingdom Solicitude, Like screams in empty Halls, Celestite Woman“, schon auf 4 Konzert Live gesehen und gehört habe. Ich finde „Fater of Fate“ und „The Kingdom Solicitude“ klingen absolut nach Metal. „Celestite Woman“ erinnert an das Album „Filthy Notes For Frozen Hearts“. Und „Like sreams in empty Halls“ finde ich klingt sehr jung und frische mit Dämonischen einflüssen. Da kann ich die Bewertung von dem Mann aus dem Video “ https://youtu.be/0w4ZRBdl9XM “ auf jeden Fall total zu stimmen. Der hat sich anscheint richtig mit dem Album beschäftigt. Die besonderheit von dem Sänger Julian Larre ist nämlich die breitweite seiner Stimme. Er verbindet 25 Jahre Bandgeschichte in einem Album, mit unterschiedlichen Stimmen so das man tatsächlich denken kann das mehrer Sänger auf dem Album singen. Und ich habe schon alle Cover Songs und Lessdmv-Songs von Julian Larre gehört.

  4. Watutinki sagt:

    Ich finde die Kritik sehr passend. Ich liebe solche Musik und es gibt mittlerweile viel zu wenig davon. Dennoch ist mir das Album zu seicht geraten, übertrieben zugänglich und auch die Melodien habe ich gefühlt schon tausend Mal wo anders gehört. Wenn ich das erste Mal in diese Musikwelt eintauchen würde, wäre ich wahrscheinlich begeistert davon. Als jahrzehnte langer Fan dieser Musikrichtung ist mir das aber irgendwie viel zu zugänglich und poppig geraten.
    Gothic Metal als Hintergrundmusik? Irgendwie passt das hier, kein Album für die Ewigkeit und in kürze wieder vergessen, andererseits aber in dieser Form so selten geworden und qualitativ durchaus ansprechend, dass man sich das hin und wieder Mal geben kann.

    6/10