Minotaur - Power Of Darkness

Review

So, jetzt wird es mal wieder kultig! Mitte/Ender der Achtziger war Deutschland in Sachen Thrash Metal ziemlich weit vorne, mit vielen tollen Bands, welche heutzutage leider nicht mehr so bekannt sind, oder wer erinnert sich schon noch an PROTECTOR, DARKNESS oder POISON? Eine davon, und zwar eine der brutaleren Sorte, sind MINOTAUR, welche bereits 1983 gegründet wurden und tatsächlich auch heutzutage noch aktiv sind. Nach drei Demos und einer Teilnahme beim „Teutonic Invasion Part I“ Sampler war 1988 endlich die Zeit reif, in Form von „Power Of Darkness“ das Debütalbum zu veröffentlichen. Dieses wurde damals von der Band in Eigenregie produziert und rausgebracht. In den Neunzigern als Bootlegg vertrieben, kommt nun endlich der offizielle CD-Re-Release!

Auf „Power Of Darkness“ regiert ganz klar der Knüppel, MINOTAUR orientierten sich damals stark an den Erstwerken von KREATOR, DESTRUCTION und SODOM. Mit äußerster Vehemenz hämmern und prügeln sich die Hamburger teils etwas holprig durch ihre angeschwärzten, brachialen Thrash-Metal-Nummern. Die Stücke strahlen einen tollen Charme aus und sind herrlich roh und ungeschliffen gehalten. Damals waren MINOTAUR aber doch ein paar Jahre zu spät dran, der Sound für Thrash Metal hatte sich doch ziemlich gewandelt, die großen Bands konzentrierten sich auf stärkere Musikalität, mehr Melodien, ausgefeiltere Arrangements. Da kam das rüpelhafte, aggressive Getrümmer in der breiten Masse sicherlich nicht so gut an. Pah, Poser! Auch 22 Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung haben die klassischen, direkten Schädelspalter-Riffs, das gewaltig nach Vorne preschende Schlagzeugspiel im typischen Uffta-uffta, sowie der teils mit ordentlich Hall unterlegte, recht hohe Gesang nichts von der puren Durchschlagskraft eingebüßt. Die einfachen, teils schon fast primitiven Songstrukturen sowie der etwas verwaschene Sound passen da einfach wie die Faust aufs Auge.

Was mir nicht so ganz klar ist, dass die ursprünglichen letzten drei Stücke auf dem Re-Release fehlen. Dafür wurden vier neue Songs hinzugefügt, welche genau in die gleiche Richtung gehen, wie es schon die alte Scheibe von 1988 tut.

Wer mal wieder Bock auf die gnadenlose Urdefinition des Thrash Metals hat, auf höllisch aggressives Geholze, und mal was anderes als „Endless Pain“, „Darkness Descends“, „Apocalyptic Nightmare“, „Outbreak Of Evil“ oder „Infernal Overkill“ hören möchte, liegt hier genau richtig. Kultstatus inklusive!

22.11.2010

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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