Nocte Obducta - Nektar - Teil 2

Review

Mit „Seen, Flüsse, Tagbücher“ liegt nun der zweite Teil der 2004 begonnen „Nektar“ Reihe vor und knüpft nahtlos an den ersten Teil des avantgardistischen Black Metal Werks an. Schon der erste Teil konnte einige Dornenkronen ernten, was die Erwartungen an den Nachfolger zweifelsfrei sehr hoch werden ließ. Umso erfrischender ist es, wie man es im Hause NOCTE OBDUCTA schafft, den Erstling fast mühelos zu toppen und in Sachen Atmosphäre eine meterhohe Wand aufbaut, die den Hörer im Bann der teils überlangen Kompositionen fesselt. „Nektar Teil 2“ birgt zugleich die Schönheit und Verschlossenheit eines halb geschliffenen Diamanten und beschwört einen musikalischen Kampf der Elemente. Harsche, erdige und trotzdem progressive Riffs treffen auf tragende Keyboardarrangements, die sich schleichend ausbreiten und in ihrer subtil heroischen Art einen weiteren Ausbruch dieser schwarzen musikalischen Kunst ankündigen. „Nektar Teil 2“ wandelt zwischen bittersüßen Melodien und blanker Aggression, die von einer grenzenlosen Tristesse begleitet wird, welche die Stücke freigeben. Ein Meilenstein ist ohne Zweifel das beinahe 16-minütige „Und Pan spielt die Flöte“ geworden, das über die gesamte Dauer mit leidenschaftlichen musikalischen Ergüssen aufwarten kann. „Seen, Flüsse, Tagebücher“ ist ein Album, das mit der Regel der schwächeren Fortsetzung bricht und eindrucksvoll beweist, zu was diese, in meinen Augen noch unterbewertete, Band zu leisten vermag. Ein großartiges Album, voller Energie und höchster schwarzmetallischer Kunst.

10.07.2005
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