Power From Hell - Devil's Whorehouse

Review

Mit Garantien ist das immer so eine Sache: Gibt man sie, geht man automatisch ein rechtliches Risiko ein, wenn man das Versprochene nicht erfüllen kann. Sodomic, seit 2011 Alleinunterhalter von POWER FROM HELL, kann seinem inzwischen fünften Album aber gefahrenlos das Prädikat „Kopfnick-Garantie mit ausgeprägter Headbang-Wahrscheinlichkeit“ verpassen. Damit passen POWER FROM HELL natürlich wie die satanische Faust aufs religiöse Auge zum Label Hells Headbangers. Schön, wie sich die Dinge manchmal zusammenfügen. Da können wir das ausgesprochen saucoole Artwork auch direkt in der Reihe willkommen heißen.

Und sonst so? Also musikalisch jetzt. Der Brasilianer fabriziert deutlich simpel gestrickten, aber ebenso deutlich angeschwärzten und mehr als deutlich auf Humppa getrimmten Thrash Metal der uralten Schule – so oldschool, dass der Sound beinahe zu verhallt klingt (man beachte den Titel des Openers). Im Underground sind die seit 2001 aktiven POWER FROM HELL dementsprechend bekannt, andernorts hält sich die Popularität wohl eher in Grenzen. Es würde allerdings verwundern, wenn Sodomic dieser Tatsache mehr als ein saftiges „Pff“ widmet.

Um nicht vollends in der Eintönigkeit zu vergehen, hat sich Sodomic beim Arrangieren der Nummern hier und da auch etwas mehr Gedanken gemacht als nur: muss rumpeln, bis der Putz von der Proberaumdecke purzelt. „Torture Garden“ hat ein interessantes Break in petto, und auch das plötzliche Ende in manchen Songs wirkt auf überraschende Weise, als würde man nur einen Song-Teaser hören, der mittendrin ausfadet. Witzig. Und wenn man denkt, dass doch irgendwie alles ähnlich klingt, kommt der letzte, im Vergleich vielfach zaghaftere Song daher, der sogar kurzzeitig mit psychedelischer Anmut begeistert und präzise auf Heavy Metal ausgerichtet ist. Ach ja, das Original zum Coversong davor stammt von den (weniger überraschend) brasilianischen VELHO, die (gar nicht überraschend) im rückwärtsgewandten Black Thrash unterwegs sind. Anspieltipp: „The Evil And The Lust Never Sleeps“ verdeutlicht die Grundausrichtung mit fetzigem Riffing und konsequenten Mitgeh-Drums einwandfrei.

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03.03.2016

Der metal.de Serviervorschlag

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