Pro-Pain - Shreds Of Dignity

Review

Erst ein Jahr ist es her, seit Mr. Meskil & Co. ihre „Round 6“ ablieferten, und doch ist man schon mit dem nächsten Album am Start. Der Anblick des Covers verrät, das man bei der Wahl des Motives und des Layouts gewohnt einfallslos blieb, aber diesmal wenigstens beim Namen der Scheibe kreativer wurde. Mit der Kreativität ist es bei Pro Pain so eine Sache; während andere Bands im Vergleich zu den US Boys geradezu musikalische Welten zwischen ihren Scheiben überwinden, bewegt sich der Variantenreichtum und die Kreativität bei Pro Pain im engen, oder sagen wir lieber – Pro Pain eigenen, Rahmen. Doch wer ihre ureigene und unerreichte Art deswegen als Stillstand oder Ignoranz deutet, hört nicht gut genug hin. Nungut, eine gewisse Portion Ignoranz gegenüber musikalischer Weiterentwicklung kann man Pro Pain sogar nachsagen, aber es gibt genug Fans, wie mich, die froh darum sind zu wissen, das sich diese Band nichts vormachen lässt und sich ihrer Sache sicher ist. Doch zurück zu den Songs; wie sich bereits auf „Round 6“ andeutete, dich ich wie ich heute einsehen muss, etwas zu hoch bewertet habe, geht es im Hause Pro Pain wieder etwas zurück zu den Roots. Soll heißen – die Metal Einflüsse werden zugunsten des Hardcore Anteils wieder etwas vernachlässigt. In meinen Augen eine willkommene Abwechslung und ein gelungener Versuch wieder etwas Leben und Abwechslung in die Scheibe zu bekommen. In dieser Hinsicht besonders gelungen ist das Titelstück „Shreds of Dignity“, das anfänglich an das geniale „Johnny Black“ erinnert, aber dann in gewohnter Art und Weise straight nach vorne losgeht. Insgesamt gesehen gefällt mir der neue Silberling recht gut, wobei ich mir wünsche, das Pro Pain sich bei der nächsten Scheibe nochmehr an frühen Scheiben orientiert. Zum momentanen Zeitpunkt ist „Shreds of Dignity“ die hörenswerteste Scheibe der New Yorker seit Mitte der Neunziger.

10.05.2002
Exit mobile version