Ravager (DE) - Alarm Clock Terror (EP)

Review

Sobald die ersten Töne der RAVAGER-Debüt-EP „Alarm Clock Terror“ erklingen, ist man sich sicher: Diese Band muss schon in der Ursuppe des Thrash-Metal-Undergrounds geschwommen sein. Umso überraschender, dass dies nicht der Fall ist. Tatsächlich haben sich die Deutschen im August 2014 gegründet.

RAVAGER spielen kompromisslosen Old School Thrash Metal, bei dem der geneigte Fan schnell Reminiszenzen an größere Bands des Genres findet. Doch RAVAGER sind keine bloße Kopie, wie eine große Portion Eigenständigkeit beweist. Die ersten Töne des Openers „Superior Forces“ kommen noch sehr melodisch daher, doch dann folgt der große Knall: In bester Manier und anfangs in gedrosselter Geschwindigkeit, zünden RAVAGER die Lunte an. Dabei fällt auf, dass Sänger Philip bei Szenegrößen wie Schmier oder Sammy Elbanna gelernt haben muss. Hohe Shouts stehen dem Frontmann ebenso wie durchdringende Schreie. Dabei ist es nicht nur der Gesang, der gut präsentiert wird. Auch die Instrumentenfraktion macht einen überzeugenden Job. Viele Tempowechsel, Melodien und ein stellenweise teuflischer Groove sorgen dafür, dass „Superior Forces“ zu einem guten Einstieg wird.

Darauf folgt das Highlight der Platte. „Dr. Mad“ dürfte einer der besten Thrash-Metal-Songs sein, die im bisherigen Jahr erschienen sind. RAVAGER ziehen zu keiner Zeit die Handbremse an, die Temperatur im Pit steigt von Sekunde zu Sekunde. Offene Rifffolgen geben sich ein Stelldichein mit Knüpplern in hoher Geschwindigkeit, einem wahnsinnig lachenden Sänger und passend platzierten Group Shouts. „Dr. Mad“ macht von vorne bis hinten unglaublich viel Spaß und man will als Hörer den Lautstärkeregler immer weiter aufdrehen – bis der Ohrenarzt an die Tür klopft.

Doch man merkt stellenweise, dass RAVAGER noch nicht lange im Geschäft sind. Das folgende „Deathbringer“ zeigt, dass die Band noch ein wenig am Feintuning arbeiten muss. Nach langgezogenen Powerchords folgt ein Arpeggio-Lick, das nicht tight wirkt und den Fluss des Songs stört. Generell kann „Deathbringer“ mit seinen Vorgängern nicht mithalten, denn hier fehlt der überspringende Funke – obgleich gegen Ende ein Midtempo-Riff folgt, das wieder Risse in die Wände haut. Glücklicherweise präsentieren RAVAGER mit dem namensgebenden „Alarm Clock Terror“ als Rausschmeißer erneut einen wahnsinnig guten Song, der vor Spielfreude, frischen Ideen und Brutalität strotzt. Insbesondere der Refrain dürfte jede Matte zum Wackeln bringen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass RAVAGER mit ihrer „Alarm Clock Terror“-EP ins Schwarze getroffen haben. Präsentiert werden zwei fantastische, ein überdurchschnittlich guter und ein durchschnittlicher Song. Dementsprechend verdienen sich RAVAGER sieben Punkte für eine EP, die zwar nicht lückenlos perfekt ist, durch viele grandiose Momente und einen großen Abwechslungsreichtum aber auf lange Sicht Spaß macht und interessant bleibt. RAVAGER arbeiten momentan an einem neuen Album, es bleibt also spannend, ob die Deutschen die guten Ansätze, die sie mit „Alarm Clock Terror“ präsentieren, auf ihrem ersten Album noch verfeinern werden.

09.04.2016

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