Rome - The Tower

Review

Im Vergleich zu „The Hierophant” ist Reuters zweites Werk „The Tower” noch introspektiver. Bei ähnlicher musikalischer Ausrichtung geht das Werk aber noch etwas weiter, es ist noch intensiver, etwas dichter und wirkt ein wenig unnahbarer als der Zwilling. Das Sinnbild des Turms umschließt das Album inhaltlich und musikalisch: Es ist ein sicherer Rückzugsort und ein Raum für Gedankengänge und künstlerischen Ausdruck.

Der Fels in der Brandung.

„The Tower“ ist vor allem typisch ROME: Tragik und Schöngeistigkeit, packende Songs mit intelligenten Texten, die deprimieren, aufrütteln und packen. Bereits der Opener „The Twine And The Twist” erzeugt einen traurigen, nostalgischen Widerhall, dem man sich nicht entziehen kann.

„With the wind ever howling all around us
In this ever growing mist that surrounds us“

Leichte Synths interagieren minimalistisch mit der Akustikgitarre und dezenten Percussions, wodurch The Tower noch reduzierter wirkt und die Vocals vollumfänglich in den Vordergrund rückt. Das macht das Album noch etwas undurchdringlicher, tiefgründiger und eindringlicher als „The Heirophant”. Von den Songs her übertrifft Album Nummer zwei das traurige Doppel. Songs wie „Twilight Leaves” oder das unglaublich intensive „The Lighthouse And The Catacombs” laden nach Ende sofort wieder zur nächsten Rotation ein.

„For when the outside world shifted
And the catacomb stones were lifted
The winds of change blew right across
The underground altars

And the flame kept alive there
Could not linger in the cold air
And blown out soon gave way to darkness“

„The Tower” düsteres Monument zum Jahresende

Bei aller gedanklichen Geschlossenheit hat „The Tower” viel zu bieten. Die Reise durch Jeromes Gedankenwelten ist stets inspirierend und erfrischend, auch wenn es in seinem Inneren viel Dunkelheit zu durchqueren gilt. ROME schaffen es immer wieder, neue künstlerische Facetten zu erschaffen. Neben „The Hierophant” ist „The Tower” ein Muss für ROME-Fans und alle Hörer*innen mit Affinität zu düsterem Folk.

14.01.2026

- perfection is the end of everything -

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