Rome - Nera

Review

Wie Phönix aus der Asche erschien im Herbst des vergangenen Jahres die Mini-CD „Berlin“ des Projektes ROME auf dem schwedischen Label COLD MEAT INDUSTRY und kaum jemand wusste, wer oder was sich hinter ROME verbirgt. Eigentlich auch egal, denn „Berlin“ mauserte sich zu einem absoluten Geheimtipp in der Neofolk-Szene bzw. unter Anhängern des Martial Apocalyptic-Pop, den ROME auf ihrer Mini-CD in eindrucksvoller Art und Weise präsentierten.

Heute sind wir um einiges schlauer, wissen beispielsweise dass ROME ein Ein-Mann-Projekt ist und von dem Luxemburger Jerome Reuter im Jahre 2005 ins Leben gerufen wurde. Und auch „Berlin“ hat inzwischen seinen großen Bruder bekommen, denn mit „Nera“ ist nun das lange erwartete erste Album von ROME erschienen.

Wer schon „Berlin“ liebte, wird auch von „Nera“ nicht enttäuscht sein. Das Album verbreitet von den ersten Klängen an eine dunkle, melancholische Atmosphäre, die einen von der ersten bis zur letzten Sekunde völlig verzaubert, aber auch deprimiert und nachdenklich werden lässt. Die Musik einfach nur als „Neofolk“ abzustempeln, würde dem Anspruch und vor allem auch der Qualität von „Nera“ nicht gerecht werden, da sich Jerome Reuter offen für andere Einflüsse zeigt. Die sanften Gitarrenklänge sowie die markanten, dunklen Vocals werden immer wieder durch kalte Industrial-Klänge oder Sprachsamples ergänzt. Songs wie „A Burden Of Flowers“ oder „The Blade Unmasked“ strahlen durch ihre montonen und eher synthetischen Arrangements eine kühle und bedrückende Stimmung aus, die sich jedoch nahtlos in das Gesamtbild des Albums einfügt. Trotz allem – gerade das macht jedoch die Faszination des Albums aus – findet man auf „Nera“ auch seltsame Momente trauriger Freude, wie sie vor allem von Songs wie „Reversion“ oder auch „Hope Dies Painless“ ausgeht, die mit teils wundervollen Melodien überraschen. Letztendlich verdient jedoch jeder Song seine persönliche Würdigung, da jeder Einzelne zum Gesamtwerk seinen unverzichtbaren Beitrag leistet, seien es die bereits angesprochenen Stücke, aber gerade auch militärisch angehauchte Songs wie „Rape Blossoms“ , „Nera“ oder das abschließende „Les Hirondelles“.

„Nera“ zählt für mich zu den überzeugendsten Alben dieses Genres der vergangenen Jahre. Mehr noch – ROME haben mit „Nera“ ein Album geschaffen, das nicht nur in Neofolk-Kreisen Anklang finden wird, sondern für alle Liebhaber anspruchsvoller dunkler Musik zu empfehlen ist.

02.02.2007

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