Sabbat - Charisma/25 Years Of Black Fire

Review

Über eine wahrlich ausufernde Diskografie verfügen SABBAT, die Urgesteine des japanischen Thrash/Black Metal: Gegründet im gleichen Jahr wie die hiesigen KREATOR – nämlich 1984 – hat man es nicht nur auf acht Full Lengths gebracht, sondern auch endlos viele Live-Alben, Singles und EPs veröffentlicht.

Die vorliegende und randvolle Doppel-CD enthält zum einen SABBATs 1999 veröffentlichtes Album “Karisma“ – nun “Charisma“ betitelt, da in einer bis zum heutigen Zeitpunkt nur auf Vinyl erhältlichen Version mit englischen Vocals, neuem Artwork und drei in dieser Version unveröffentlichten Bonustracks. Darüber hinaus gibt es mit der zweiten CD “25 Years Of Black Fire“ einen Tribute-Sampler mit 12 Stücken.

Eingeleitet von Klängen, die einem unmittelbar ein japanischen Teehaus mitsamt blühender Kirschbäume vor dem inneren Auge erscheinen lassen (“Samurai Zombies“), bekommt der Hörer auf “Charisma“ rauen Thrash Metal geboten, der mit 80er-Jahre-Black-Metal-Einflüssen à la VENOM verwoben wird. Für die Tatsache, dass es bereits das sechste Album der Herren aus dem Land des Lächelns war, ist die Ungeschliffenheit beachtlich; das Werk verfügt über den Enthusiasmus eines Debütalbums. Der abwechselnd thrashig-schroffe und hoch gekrächzte Gesang sorgt für Abwechslung, die zwischen dreieinhalb und zwölf Minuten pendelnden Salven warten einige Male mit bizarren, teilweise fernöstlich anmutenden Gitarrensoli auf.
Unter den zehn Kompositionen – etwa den flotten “Orochie“ und “Valley Of Ogre“, dem epischen “Den Of Hades“ oder dem okkulten Rocker “Okiku Doll Of The Devil“ – gibt es keine klaren “Hits“, dafür aber durchgängig sehr solide und sympathische angeschwärzte Thrash-Kost mit dem viel beschworenen exotischen Charme. Die starke vierzehnminütige Bonusnummer “Nekromantik“ mit ihrem klaren Gesang fällt atmosphärisch recht deutlich aus der Reihe. (7/10)

Nachdem sich SABBAT auf Rundling Nummer zwei eingangs noch selbst covern (“Black Fire“), geben elf mehr oder zumeist weniger bekannte Krawalltruppen wie BATALLION, SERPENT SAINTS, KÖRGUL THE EXTERMINATOR oder METALUCIFER jeweils eine Nachspielversion der Japaner zum Besten. Der Sound der sich meist relativ nah an das Original haltenden Interpretationen ist dabei zwar durchweg angemessen rau, aber doch in der Regel ordentlich bis druckvoll – einzig GUERRA TOTALs “Hellfire“ kommt doch etwas zu schwachbrüstig daher.
Aufgrund von sehr ähnlicher Herangehensweise und Resultat ist es nicht ganz leicht, hier Höhepunkte herauszustellen, doch einige Cover sind besonders gelungen: DEATHHAMMERs “Black Metal Volcano“ bricht extrem fanatisch aus den Boxen heraus, HOLY DEATH überzeugen mit einem sehr mächtigen “Flower’s Red“ und auch MORDANTs Version von “Rage Of Mountains“ ist eine Abrissbirne vor dem Herrn.

Sei es die zuvor nur auf Schallplatte erhältliche, englisch vokalisierte Version von SABBATs 1999er-Album “Charisma“ oder die fast ausnahmslos würdig umgesetzten Cover von Stücken aus der langen Diskographie der Japaner auf der zweiten Kompaktscheibe – die Jubiläums-Doppel-CD “Charisma/25 Years Of Black Fire“ bietet mehr als zwei Stunden lang rotzig-guten Thrash Metal mit 80er-Flair und Exoten-Bonus.

18.02.2010

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