Savatage - Hall Of The Mountain King

Review

Fragt man einen Metalhead nach dem SAVATAGE-Song, würde der Großteil der Befragten ohne zu zögern „Hall Of The Mountain King“ antworten. Fragt man jedoch nach dem besten SAVATAGE-Album, dürfte die Antwort genauso lauten, was nicht lediglich dem namensgebenden Titel zuzuschreiben ist, denn das 1987er Werk der Kult-Band markierte einen Wendepunkt in der Geschichte und Entwicklung SAVATAGEs, was ihm nicht nur eine besondere Bedeutung zukommen lässt, sondern es auch musikalisch einzigartig macht.

Nach dem enttäuschenden und trendorientierten „Fight For The Rock“ standen SAVATAGE kurz vor dem Aus. Bei ihrem Abschiedskonzert schließlich traf die Band jedoch Paul O’Neill, der sich der vier jungen Musiker annahm, ihnen neuen Mut zusprach, ihnen zu neuen Ideen verhalf und sie professioneller in Szene setzte. SAVATAGE besannen sich zurück auf den Sound ihrer ersten Alben und integrierten zugleich erstmals klassische Elemente und einen Hauch Theatralik in ihre Musik, was ihre künftigen Werke deutlich prägte. Auf „Hall Of The Mountain King“ gelang der Band einfach die perfekte Mischung aus kraftvollem, energischem old school Power Metal, dominiert von schroffen, straighten Riffs und Jon Olivas unverwechselbaren, variablen, emotionsgeladenen Vocals, und dem Rockoper-artigem, episch ausladendem, progressivem Stil, der die Spätwerke ausmachte.

Dass diese Mixtur dann auch noch in ausschließlich genialen Titeln dargeboten wird, lässt sich kaum mit ausreichend Superlativen würdigen. Es erscheint fast unmöglich, einzelne Songs heraus zu greifen und besonders zu loben, doch wer sich nur schon den düsteren Opener „24 Hrs. Ago“ mit seinem simplen, aber fantastischen Eingangsriff, den emotionalen „Beyond The Doors Of The Dark“ mit den einzigartigen Screams Olivas oder das wahnsinnig eingängige „Legions“ anhört, versteht, wovon ich spreche. Vom Titeltrack ganz zu schweigen.

Als Bonus gibt es zwei sehr gelungene Akustik-Versionen von „Castles Burning“ und „Somewhere In Time / Alone You Breath“ zu hören, ein weiterer Kaufanreiz sind die Linernotes Jon Olivas, in denen er vom Tiefpunkt der Band und der anschließenden Entstehung dieses Werks berichtet. Doch Anreize dieser Art dürften bei einem solchen Album ohnehin unwichtig sein. Wer es noch nicht sein Eigen nennt, sei so oder so dringend dazu angehalten, sich sofort in den nächsten Plattenladen zu begeben und diesen Fauxpas zu beheben. Punkt.

23.11.2011
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