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Skindred - Volume

Review

Galerie mit 13 Bildern: Skindred - Summer Breeze Open Air 2019

SKINDRED wissen, wie man Refrains schreibt, keine Frage – aber irgendwie ging ihnen anscheinend das Hit-Potential aus, und auch „Volume“ pendelt stetig im akzeptablen Mittelfeld, ohne merklich nach oben oder unten auszuschlagen. Für das Artwork darf allerdings ein deutlicher Abwärtstrend dokumentiert werden. Nun sollte man nicht aus den Augen und Ohren verlieren, mit welchem Ziel die Waliser angetreten sind. Den Anspruch an hochtrabende Lyrics oder beeindruckende Griffbrett-Aktionen stellt sicher niemand aus der Band an SKINDRED – von daher sollte der Hörer das auch nicht tun und anerkennen, dass SKINDRED eingängig, tanzbar und auch etwas belanglos sein wollen. Es soll in erster Linie Spaß bringen, „Volume“ zu hören.

Benjii Webbe bedient sich weiterhin dem Reggae zugeordneten Toasting, gepaart mit Neunzigerjahre-Dancehall-Gesang. Gelungen ist der rasche und schon fast schizophrene Wechsel der unterschiedlichen Facetten. Aber häufig entgleist er dabei und mengt in „Hit The Ground“, „Sound The Siren“ oder im Titeltrack „Volume“ seltsame Variationen der übelsten Sorte bei. Unterm Strich gibt es auf „Volume“ zumindest wieder mehr Rock und weniger Romantik, die Balladen durften zugunsten der harten Kniegymnastik weichen, getreu dem Motto: Springt, ihr Schweine! Dafür gibt es aber auch deutlich mehr Elektronik, Dubstep und Uffz-uffz-Action als auf dem Vorgänger, auch hier leider nicht immer von bester Qualität. Manche davon sind ausufernd nervig und leider auch rein technisch überholt.

Die Zündschnur der Songs ist wie gewohnt angenehm kurz, es geht ohne langes Brimborium zur Sache und man wird schnell warm mit SKINDREDs Neuer. So schnell wie die Groove-Hüpfer drin im Ohr sind, sind sie aber auch schon wieder raus und weg auf Nimmerwiedersehen. „Volume“ wird die Musikwelt nicht nachhaltig erschüttern, da helfen auch die knackigen und gut umgesetzten Riffs von Mikey Demus nicht. Sänger Benjii ist das Zugpferd und gleichzeitig die Bremse der Band, einige Sounds und Schemen auf „Volume“ klingen einfach altbacken, was sicher auf seine Wurzeln zurückzuführen ist. Nummern wie das seltsamen Interludes „I“, „II“ und „III“ und das Ende von „The Healing“ irritieren, liefern keinen Mehrwert und blähen das Album unnötig auf. Was sollen diese furchtbaren Hup-Geräusche? Da wünscht man sich Techno unplugged oder einen Spliff als Beilage zur Platte. Lichtblicke wie der voluminöse, lupenreine Rocksong „Saying It Now“ dokumentieren, welches Potential SKINDRED auch heute noch haben, besonders Drummer Arya scheint endlich aufgewacht zu sein.

Wer auf den Vibe von SKINDRED steht, kriegt mit „Volume“ zwar mehr Futter, verpasst aber auch nichts, wenn er sich auf die Vorgängeralben beschränkt. Nach Abwägen der Pro- und Kontra-Argumente landet „Volume“ deshalb leider nur knapp über Mittelmaß. SKINDRED sind und bleiben in erster Linie eine Partyband und brillieren in erster Linie mit dem Faktor Live, dafür reicht’s.

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22.10.2015

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