Van Halen - Women And Children First

Review

Wenn von VAN HALEN die Rede ist, geht es oft um das Debüt und „1984“. Zwei überlebensgroße Alben, die die Rocklandschaft umgepflügt haben. Dabei fallen aber oft die vier Alben unter den Tisch, die in der Zwischenzeit erschienen sind. Von 1979 bis 1982. Dem geschichtsbewussten Metaller sollte auffallen, dass in der Zeit die NWoBHM gestartet ist. Die Metal-Teenager fehlten schon einaml als Publikum. Konnte das Quartett an den Massenerfolg des Erstwerks anknüpfen?

1979 erschien das ebenfalls unbetitelte Nachfolger-Album. Es zeichnet sich im wesentlichen dadurch aus, dass die Kanten fehlen, die das Debüt so charmant gemacht haben. Eddie bekommt kaum Möglichkeiten zum Glänzen, der Hall ist übermächtig, die eingängigen Refrains sind erzwungen und unkreativ. Mit ‚Dance The Night Away‘ fiel zwar ein Hit ab, dennoch war das Album unbefridigend. Es ist auch genau zur Unzeit erschienen, da sie eine Verweichlung der Band suggerierten, wobei gerade das Gegenteil im Trend lag.

And The Cradle Will Rock

Zumindest waren VAN HALEN sich ein Jahr später klarer darüber, was sie jetzt wollten: Mit „Women And Children First“ gab es einen richtigen Albumtitel, der Sound wurde wieder härter und die Songs frecher. Los geht’s mit dem kernigen ‚And The Cradle Will Rock…‘, welches starke DEEP-PURPLE-Vibes hat. Nach dem Vorgänger ist das ein starkes Statement, wohin es mit dem Album hingeht. Weiter geht es mit den wohl bekanntesten Song der Scheibe ‚Everbody Wants Some!!‘, ein hervorragender Party-Hit.

Der Zeitgeist geht auch an VAN HALEN hörbar nicht vorbei: ‚Fools‘ hat wieder stärkere Show-Einflüsse, wie sie gerade David Lee Roth perfekt umsetzt, mit Schirm, Charme und ohne braune M&Ms.’Romeo Delight‘ hat schwere Metal-Riffs, ‚Loss Of Control‘ bietet Proto-Speed-Metal und ‚Could This Be Magic‘ hat einen starken Blues-Einschlag. Das fügt sich aber wie selbstverständlich in die grandiosen Songs ein. Mit ‚In A Simple Rhyme‘ gibt es zum Ende nochmal ein Highlight. Mit ungewohnt vielen Dynamikwechseln und Zwischenspielen zeigt dieser Track eine neue, komplexere Seite der Band, die einen beeindruckt zurücklässt.

„Women And Children First“ an dritter Stelle

Klar, „Women And Children First“ fehlt die Unbändigkeits des Debüts. Dennoch ist der Reifeprozess unüberhörbar. Es gibt ausgefeiltere Songs und breitere Einflüsse. Das geschieht auf einem unglaublich hohen Niveau, wobei sie den Vibe ihres Debüt wiederaufgreifen. Die Platte enthält keinen Ausfall. Von den vier Alben zwischen dem Debüt und „1984“ ist „Women And Children First“ das erste, das man wieder auflegen sollte.

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14.10.2020

Der metal.de Serviervorschlag

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