Xérion - Cantares Das Loitas Esquecidas

Review

Das erste, woran ich denke, wenn ich von der spanischen Band XERIÓN höre, ist, dass das Quartett aus Galicien wohl die Truppe mit den meisten Split-Veröffentlichungen ist, die ich kenne. Auf der Suche nach einem eigenen Stil klangen XERIÓN dabei auf jeder Scheibe anders und leisteten sich dabei den ein oder anderen üblen Fehltritt, der mich die Band fast aufgeben ließ. Nach sechs Splits veröffentlichten die Spaniener schließlich ihr erstes Full Length “Nocturnal Misantropia” und überraschten darauf endlich mit eigenem, prägnanten Stil, durchdachten, abwechslungsreichen Kompositionen und einem Hang zum Exotischen. Drei Jahre (und eine weitere Split) später halte ich nun das Zweitlingswerk “Cantares Das Loitas Esquecidas” in den Händen und bin natürlich höchst gespannt, was XERION seit dem letzten Album aus sich gemacht haben.

Los geht’s mit einem kurzen Intro, das nach Gewitterklängen, Glocken und Chorgesang in den ersten Track “O Espertar Do Xerion” mündet. Geboten wird sehr melodischer, eingängiger Black Metal mit starken Einflüssen keltischer Folklore, die jedoch eher akzentuiert als durchgängig auszumachen sind. Die harschen, rauen Screams von Mastermind Nocturno bieten den Kompositionen einen passenden Rahmen, stehen allerdings nie im Vordergrund, sondern begleiten eher die ausgefeilten Instrumentale. Ebenso eher hintergründig sind Keyboardklänge zu vernehmen, die dazu beitragen, eine düstere und bedrückende, nachdenkliche Atmosphäre zu kreieren, lediglich bei manchen instrumentalen Zwischenparts nehmen diese eine tragende Rolle ein.
Die Stücke sind überwiegend im Midtempo angesiedelt, nur streckenweise geben XERIÓN richtig Gas, so z.B. bei “A Alquímica Dexeneración Da Ialma”, versprühen dabei aber nie den Charme einer Abrissbirne. Für die nötige Abwechslung und Auflockerung der Stücke sorgen allerdings nicht nur die Wechsel von Tempo und Rhythmus, sondern auch der Einsatz von allerhand exotischen Instrumenten wie dem irischen Dudelsack oder verschiedenen Flöten.

Als kleines Special auf der CD findet sich zudem eine Eigeninterpretation von TAUNUSHEIMs “Nebelkämpfe” (hier “Loitas Na Néboa”) und ein Video-Clip zum Song “Morte Na Iauga”.

Insgesamt haben XERIÓN sich seit “Nocturnal Misantropia” eindeutig weiter entwickelt und versuchen, andere musikalische Wege zu beschreiten, indem sie neuen Ideen und Einflüssen noch mehr Raum in ihren Stücken gewähren. Dies kann jedoch nicht durchgängig als Erfolg verzeichnet werden, denn zwar haben die Spanier gute und innovative Einfälle, können diese aber schlichtweg nicht geschickt umzusetzen. Die einzelnen Passagen sind zwar richtig gut, die Übergänge allerdings zu hart und abrupt, sodass die einzelnen Parts sich oft nicht richtig zusammen fügen wollen und viele der Songs ein wenig zerstückelt und unausgegoren wirken. Dies ist besonders schade, da XERION auf ihrem letzten Album bewiesen haben, dass eigentlich gerade beim Arrangieren der Songs ihre Stärken liegen.

29.07.2010

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