Drei Alben, zwei EPs. SCR pressen die brutalsten Alben der zweiten Bandphase wieder auf Vinyl.
Aborted - Re-Release Special

Special

Supreme Chaos Records hat es sich zum Ziel gemacht, dem Vinyl viel Raum zu geben und vor allem ausverkaufte Klassiker wieder auf die Plattenteller von Fans, Neufans und Urfans zu bringen. ABORTED sind ein Urgestein im Death Metal.

Die Band aus Belgien um Sänger Sven de Caluwé macht seit 1995 geschmackfreien Brutal Death Metal und ist spätestens mit dem zweiten Album „Engineering The Dead” in der Szene bekannt geworden. ABORTED haben den Brutal Death-Metal revolutioniert und wie kaum eine andere Band ihre rohe Urgewalt in eine neue, moderne Hülle transferiert, ohne dabei ihre Identität aufzugeben. Natürlich gibt es Kritiker, die der Band eine Entwicklung in die falsche Richtung vorwerfen – moderne Breakdowns und Deathcoreelemente gefallen nun mal nicht jedem Brutalo-Death-Schmied.

Der vorliegende Re-Release umfasst drei Alben und zwei EPs, die die Band zwischen 2012 und 2018 bei Century Media Records veröffentlicht hat. Die Cover und Artworks wurden nicht verändert, ebenso wurde das originale Mastering verwendet, was die Re-Releases zu sehr authentischen Versionen macht.
Wir haben uns die vorliegenden Veröffentlichungen angeschaut und angehört.

Übersicht:

Global Flatline
The Necrotic Manifesto
Termination Redux
Retrogore
La Grande Mascarade

ABORTED – „Global Flatline“

Mit „Global Flatline” veröffentlichten Aborted 2012 ein Deathgrind-Album, das ihre eigene Identität zurückeroberte. Nach dem kontrovers aufgenommenen „Strychnine.213″ setzte es einen neuen Fokus: technischer, aggressiver und näher am ursprünglichen Sound.

Schon der Einstieg macht klar, dass hier keine Gefangenen gemacht werden. Blastbeats und Gitarren rasen in Hochgeschwindigkeit durch den Mix, und Sven de Caluwé klingt wie immer sehr markant und überzeugend.

„Global Flatline” hat ein Gespür für Dynamik, ABORTED nicht. Es gibt massive Midtempo-Grooves, die wie Sludge wirken. Dadurch entstehen echte Momente der Schwere statt bloßer Geschwindigkeit. Diese Grooves geben den Songs Struktur und Wiedererkennungswert. Die Gitarrenarbeit verbindet Tremolo-Riffing mit Leads und starken Soli.

Produzent Jacob Hansen verpasst dem Album einen modernen, druckvollen Sound, ohne die Musik steril wirken zu lassen. Die Drums knallen präzise und behalten trotz Trigger einen Teil ihrer Natürlichkeit. Der Bass bleibt hörbar und verleiht den Songs zusätzliches Gewicht. Manchmal verlieren die tief gestimmten Gitarren im Bassdrum-Gewitter ihre Urgewalt aber insgesamt ist die Produktion schon gealtig.

„Global Flatline” kann durchaus als Protoalbum des Beginns der modernen ABORTED-Ära bezeichnet werden.

Die Wiederveröffentlichung zeigt, welchen Kultstatus das Album inzwischen erreicht hat. Supreme Chaos Records macht es in einer modernen Aufmachung und verschiedenen Farben wieder zugänglich.

Das Re-Release ist als yellow marbled, Yellow Transparent w/ Green & Black Splatter und als schwarzes Vinyl erschienen und ist jeweils streng limitiert.

https://supremechaos.de/

ABORTED – „The Necrotic Manifesto“

„The Necrotic Manifesto“ markiert 2014 für ABORTED einen Wendepunkt. Das Album klingt im Vergleich zum Vorgänger „Global Flatline“ selbstbewusster, kontrollierter und ausgereifter. Die Band versteht ihren modernen Deathgrind-Sound genau.
Das Album beginnt mit dem typischen Intro „Six Feet Of Foreplay“ dann treffen Blastbeats, Tremolo-Riffing und massive Groove-Passagen aufeinander. Es gibt kein Entrinnen.

Im Vergleich zu früheren Alben ist die Struktur der Songs besser. Aborted verzichten auf sinnloses Dauergeballer und setzen auf Dynamik. Viele Tracks wechseln zwischen Hochgeschwindigkeitsattacken und Midtempo-Grooves. Besonders „Necrotic Manifesto“, „An Enumeration Of Cadavers“ oder „Coffin Upon Coffin“ demonstrieren dieses Prinzip perfekt: Die Musik bleibt extrem, bekommt aber gleichzeitig Gewicht und Wiedererkennungswert. Metal Hammer beschrieb genau diese Balance als eine der größten Stärken der Band — Aborted beherrschen alte Death-Metal-Tugenden und moderne Extreme-Metal-Produktion.

Die Deathgrind-Wurzeln von ABORTED bleiben hörbar, doch gleichzeitig integrieren sie moderne Elemente aus Technical Death Metal und Deathcore, was einige Urfans verprellt hat.

Nach erneuten Line-up-Wechseln übernehmen Danny Tunker und Mendel bij de Leij die Gitarren und bringen frische Energie in die Band. Ttechnisch komplexe Riffs die trotzdem erstaunlich eingängig. Erneut übetzegt die Produktion von Jacob Hansen und vereint Härte und Moderne. Sven de Caluwé selbst liefert weiterhin stark ab und das Vocal-Spektrum recht von tiefem Growls über Schreie bishin zu Pig-Squeals. Vielleicht wirkt das Album ein wenig zu kalkuliert und effizient geschrieben und umgesetzt, aber es knallt einfach unbändig.

Das Re-Release ist als yellow marbled, Yellow Transparent w/ Green & Black Splatter und als schwarzes Vinyl erschienen und ist jeweils streng limitiert. Einziger Minuspunkt: Das kultige SUFFOCATION Cover zu „Funeral Inception” hat aber leider nicht auf die Vinyl Version gepasst.

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ABORTED – „Termination Redux“

Auch mit der 2016er Jubiläumsveröffentlichung „Termination Redux“ bewiesen Aborted, dass Jubiläumsveröffentlichungen nicht nach Pflichtprogramm klingen müssen. Die Belgier nutzten ihre 20-jährige Bandgeschichte, um in nur knapp fünfzehn Minuten eine der konzentriertesten Gewaltentladungen ihrer modernen Phase zu veröffentlichen. Die komprimierte Essenz dessen, was Aborted seit „Global Flatline” und „The Necrotic Manifesto” perfektioniert haben: technischer Deathgrind, der gleichermaßen brutal, präzise und eingängig ist.

Der Titelsong zeigt, warum die moderne Aborted-Phase so erfolgreich wurde: Die Band kombiniert mit starkem Songwriting das von melodische Leads,über Breaks bis zu groovogen Midtempo-Parts alles vereinen. „Vestal Disfigurement Upon The Sacred Chantry“ gehört dabei zu den stärksten Momenten der EP. Die Gitarrenarbeit von Mendel bij de Leij und Danny Tunker ist technisch und unerbittlich. Die Gastvocals von Julien Truchan von BENIGHTED sind ein schönes Bonbon der EP.

Die Neuaufnahme von „The Holocaust Re-Incarnate“, vom „Engineering The Dead“-Klassiker ist weniger Nostalgie sondern mehr Monument der Veränderung. Der Track klingt anno 2016 immer noch brutal aber deutlich dynamischer. In nur fünfzehn Minuten liefer ABORTED brachial ab.

Die neongrüne Vinyl-Version überzeugt visuell und passt ideal zum düsteren, giftigen Artwork.

Das Re-Release ist als yellow marbled, Yellow Transparent w/ Green & Black Splatter und als schwarzes Vinyl erschienen und ist jeweils streng limitiert.

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ABORTED – „Retrogore“

Mit Retrogore” veröffentlichten Aborted im Jahr 2016 die perfekte Synthese ihrer gesamten Karriere. Global Flatline markierte die Rückkehr zur Brutalität und The Necrotic Manifesto verfeinerte diesen Sound. „Retrogore“ ist der Moment, in dem alle Elemente endgültig ineinandergreifen.

Schon der Titel reflektiert viel: Retrogore versteht sich bewusst als Rückgriff auf die klassische Gore-Ästhetik im modernen Gewand. Das Artwork erinnert an alte Gorefilme ist aber exakt auf die modernen ABORTED getrimmt und somit absolut stimmig. Im Vergleich zu The Necrotic Manifesto wirkt das Album extrem fokussiert mit kurzen, aggressiven Tracks. Besonders „Whoremageddon“ oder „Divine Impediment“ zeugen von einem guten Gespür für die Synthese aus brutalem Groove und fiesen Blastparts.

Produziert von Kristian „Kohle“ Kohlmannslehne klingt Retrogore” modernen und druckvoll. Die Gastauftritte von BENIGHTED-Sänger Julien Truchan oder Cattle-Decapitation-Frontmann Travis Ryan. Gerade Ryans Beitrag auf „Whoremageddon“ gehört zu den absoluten Höhepunkten des Albums.

Retrogore kann durchaus als Zenit der zweiten Karrierephase der Band bezeichnet werden. Die Band definiert Brutalität mit einem modernen Sound und mehr Deathcore-Einflüssen, die sie aber konsequent in ihren eigenen Entwicklungsstrang einbindet. Dieser verändert die Identität der Band, prägt sie aber auch genau dadurch. Für seine visionäre, moderne Ausrichtung, die die ursprüngliche Gewalt der Anfangstage mit frischen Elementen anreichert, darf das Album als echtes Kleinod bezeichnet werden.

Das Re-Release ist als yellow marbled, Yellow Transparent w/ Green & Black Splatter und als schwarzes Vinyl erschienen und ist jeweils streng limitiert.

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ABORTED – „La Grande Mascarade“

Mit dem knapp zwölfminütigen Release ist „La Grande Mascarade” sehr kurzweilig, aber eine echte Granate. Es klingt wie die logische Weiterentwicklung des modernen ABORTED-Sounds, der sich seit „Global Flatline”, „The Necrotic Manifesto” und insbesondere „Retrogore” stetig verfeinert hat.

Erneut von Kristian Kohlmannslehne produziert, klingt die EP massiv, modern, aber nicht zu steril. Die Band wirkt inzwischen fokussierter und experimentierfreudiger. Wenn es um Atmosphäre geht, greift sie auch auf black-metal-artige dissonante Leads zurück, um die exakte Atmosphäre zu erschaffen. Man höre einen Song wie „Serpent Of Depravity“, der am Anfang der Karriere der Band unmöglich gewesen wäre, aber in der Neuzeit eindeutig ins Bandgefüge passt.

Neuzugang Harrison Patuto passt perfekt in die Saitenfraktion. Ein Songs wie „Funereal Malediction” zeigen, wie stark ABORTED inzwischen sowohl auf melodische Elemente als auch auf brutale Passagen setzen. Diese definieren ihren Stil inzwischen und erschaffen eine sehr ureigene, dichte Atmosphäre.

Trotz der knappen Spielzeit ist La Grande Mascaraxe mit seinen drei starken Nummern eine echt überzeugende Geschichte.

Das Re-Release ist als yellow marbled, Yellow Transparent w/ Green & Black Splatter und als schwarzes Vinyl erschienen und ist jeweils streng limitiert.

https://supremechaos.de/

Quelle: Supreme Chaos Records
02.04.2026

- perfection is the end of everything -

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