Kein Metal, aber...
...für Metalheads vielleicht trotzdem interessant. - Teil 2

Special

SOLITARY EXPERIMENTS

Solitary Experiments - Transcendent

Dass Gothic und Darkwave seit jeher mit Metal verwoben sind, zeigen die Line-ups von Festivals wie dem M’Era Luna oder dem Amphi Festival. Dennoch handelt es sich um unterschiedliche Genres und Subkulturen. Und genau wie bei unserer geliebten Gitarrenmusik gilt es, die Spreu vom glutenfreien Getreide zu trennen. SOLITARY EXPERIMENTS sind kein Metal, aber im Bereich Synth Pop und Future Pop ungeschlagene Meister. Dabei veröffentlichen sie im Schnitt nur alle fünf Jahre neue Musik und leben das Motto „Qualität statt Quantität“.

Von den EBM-Anfängen hin zum Future Pop

Die Anfänge der Berliner Band reichen bis zur Jahrtausendwende zurück: 1999 erscheint das Debütalbum „Final Approach“. Damals veröffentlichen viele deutsche oder deutschsprachige Bands dieses Genres ihre ersten Gehversuche. Genau wie bei Kollegen wie BLUTENGEL oder L’ÂME IMMORTELLE ist auch der frühe Sound von SOLITARY EXPERIMENTS noch nicht so ausgereift wie heute. Er ist düsterer, experimenteller, teilweise stärker auf der Noise-Seite angesiedelt, und auch der heute großartige Gesang von Dennis Schober steht noch nicht so im Vordergrund.

Der Sound, den wir heute von der Band kennen und schätzen, entwickelt sich zwischen 2003 und 2005. Spätestens mit dem Album „Mind Over Matter“ gelingt SOLITARY EXPERIMENTS der Aufstieg in den Synth-Pop-Olymp: Mit „Delight“ veröffentlichen sie ihre erste Hitsingle. Danach reduziert sich der Veröffentlichungsrhythmus erheblich, sodass wir bis zum nächsten Output „In The Eye Of The Beholder“ satte vier Jahre warten müssen.

Mit dieser Platte entdeckt dieser Schreiberling damals die Band und verliebt sich insbesondere in den Song „Immortal“. Während andere Bands oft dieselben Satzbausteine abspulen oder verstärkt mit Samples arbeiten, schaffen es SOLITARY EXPERIMENTS regelmäßig, nicht nur mit schönen Klängen, sondern auch mit großartigen Lyrics Gänsehaut zu erzeugen.

Mit „Phenomena“ geht das Ganze noch einen Schritt weiter: Schon das instrumentale Intro reißt einen mit. Seitdem kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass die vorab veröffentlichten Singles ebenso mitreißen wie „Immortal“ im Jahr 2009. Die Mischung aus Melancholie und Hoffnung beherrschen viele Bands, SOLITARY EXPERIMENTS perfektionieren sie jedoch. Future Pop mit Botschaft, der auch noch tanzbar ist. 2012 spielt die Band im Rahmen des Nordstern Festivals ein Konzert im Hamburger Stadtpark und verteilt im Vorfeld Flyer, um den neuen Song „Stars“ zu bewerben, damit alle direkt mitsingen können. Weltpremiere mit Mitmach-Faktor!

Der Aufstieg in den Synth-Pop-Olymp

Den Ritterschlag verpassen sich SOLITARY EXPERIMENTS mit ihren beiden Alben „Future Tense“ und „Transcendent“ selbst. Ersteres ist insgesamt die stärkere Platte (Anspieltipps: „I Am“, „Brace Yourself!“ und „Crash & Burn“), aber „Transcendent“ hat mit „Every Now And Then“ eine Single an Bord, die schon mit den ersten Klängen Gänsehaut verursacht. Mit diesem Meisterstück adeln sie sich selbst.

Wer sich nun fragt: „Wie kann so etwas live aussehen?“, sollte ein Konzert besuchen. Wir hatten zuletzt 2022 die Ehre und warten seitdem auf eine weitere Gelegenheit, in diese Klangwelten abzutauchen. Wer einfach mal 90 Minuten die Augen schließen und in einer anderen Welt sein möchte, sollte sich ein Konzert dieser außergewöhnlichen Elektrogruppe auf die To-do-Liste schreiben!

(Jannik Kleemann)

Galerie mit 15 Bildern: Koenix – Hörnerfest 2023Galerie mit 5 Bildern: Emma Ruth Rundle in der Kulturfabrik Luxemburg 10.7.18

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28.10.2026

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1 Kommentar zu Kein Metal, aber... - ...für Metalheads vielleicht trotzdem interessant. - Teil 2

  1. Speedkartoffel sagt:

    Die Spitz ist eine meiner persönlichen Entdeckungen des Jahres und Emma Ruth Rundle holt mich sowieso mit jedem Album aufs Neue ab.