Power Paladin - Beyond The Reach Of Enchantment

Review

Soundcheck März 2026# 9 Galerie mit 25 Bildern: Power Paladin - Rockharz Open Air 2024

Da bringen POWER PALADIN Anfang Januar 2022 ihr Debütalbum heraus und generieren einiges an Aufmerksamkeit – nur um ihre neu gewonnene Fanschar dann knapp viereinhalb Jahre warten zu lassen. Gut Ding will Weile haben – und auch live war die Band in den vergangenen Jahren nicht untätig. Die Power-Metal-Band mit Exotenbonus – aus Island sind wir sonst eher düstere Töne gewohnt – ist nun mit „Beyond The Reach Of Enchantment“ am Start und liefert, was ihr Name verspricht: Power Metal satt.

POWER PALADIN reisen in verzauberte Länder

Ein Blick auf die Tracklist lässt den Zweitling mager wirken, doch tatsächlich verbergen sich fast fünfzig Minuten neues Material hinter nur acht Liedern. Diese haben es in sich: Der Opener „Sword Vigor“ ist noch etwas gewöhnlich und stimmt auf die Platte ein, bevor POWER PALADIN mit „Glade Lords Of Athel Loren“ den Vorschlaghammer rausholen. Das Stück bietet Hochgeschwindigkeitsattacken, pointierte Growls, einen hymnischen Refrain und eine Fantasy-Story – sodass Power-Metaller vor Freude im Dreieck moshen können.

Fans früher RHAPSODY-Alben horchen bei „The Arcane Tower“ auf. Das Stück beginnt wie ein Song aus „Dawn Of Victory“-Zeiten, mit etwas weniger Filmscore-Anteil. Dafür hat Schlagzeuger Einar Karl Júliusson wieder genug mit seiner Double-Bass-Drum zu tun, und Sänger Atli Guðlaugsson versucht, in die Höhen eines Tommy Johansson (MAJESTICA) vorzudringen – was ihm spielerisch gelingt und Fans ähnlicher Eunuchenscreams, wie sie früher STRATOVARIUS lieferten, wohlige Nostalgieschauer über den Rücken jagt.

Doch „Beyond The Reach Of Enchantment“ bietet Abwechslung: „Camelot Rock City“ ist eine Hymne mit augenzwinkerndem Text, und wer es melodischer und etwas gebremster mag, wird bei „Keeper Of The Crimson Dungeon“ fündig. Zum Schluss hauen POWER PALADIN mit „Valediction“ noch einmal richtig einen raus und liefern eine überlange Power-Metal-Hymne mit akustischem Einstieg, flotten Strophen und galoppierenden Zwischenspielen. Ein Feature einer unbekannten, aber beeindruckend kraftvollen weiblichen Stimme gibt es obendrauf – zusammen mit einem gelungenen Keyboard-Solo.

„Beyond The Reach Of Enchantment“ – ziemlich episch

Auf ihrem zweiten Album bündeln POWER PALADIN nahezu alle Power-Metal-Stärken und kochen daraus ein stimmiges Gesamtwerk, das Genießern schmecken dürfte. Die lange Wartezeit hat sich gelohnt.

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20.03.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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