
Iron Maiden
Run For Your Lives Tour 2026
Konzertbericht
Ein ungeschriebenes Gesetz in der Metalwelt lautet: IRON MAIDEN gehen immer! So sehr sogar, dass wir mitten in der Arbeitswoche 130 Kilometer von Bremen nach Hannover fahren, um uns die „Run For Your Lives“-Tour noch einmal anzusehen, obwohl wir sie bereits im vergangenen Jahr in Laufreichweite unserer Haustür genossen haben.
Die Fotos stammen aus dem vergangenen Jahr von Andrea Friedrich aus Berlin, der Bericht von Jannik Kleemann aus diesem Jahr.
MEGADETH als Vorband auf Abschiedstour
Mit dem neuen selbstbetitelten Album läuten MEGADETH ihr Ende ein – natürlich nicht, ohne sich zuvor noch live von möglichst vielen Fans zu verabschieden. Im Vergleich zu den Headlinershows fällt der IRON-MAIDEN-Supportslot heute Abend kurz aus. Keine ganze Stunde dürfen Dave Mustaine und seine Mitmusiker auf der Bühne stehen.
Man könnte meinen, der Rotschopf würde die Zeit für einen großen Karriererückblick nutzen. Stattdessen stammen vier der neun Songs von „Rust In Peace“, drei – inklusive des METALLICA-Covers „Ride The Lightning“ – vom neuen Album. Dazu gibt es die unvermeidbaren „Peace Sells“ und „Symphony Of Destruction“.
Musikalisch lassen MEGADETH heute nichts anbrennen, doch Mega-Dave ist nicht gut bei Stimme. Das Cover von „Ride The Lightning“ erkennen wir kaum wieder und selbst der Refrain von „Symphony Of Destruction“ wirkt schwachbrüstig. Die Trauer über das baldige Ende der Band hält sich daher in Grenzen und wir freuen uns auf die Headliner.
IRON MAIDEN – Bruce Dickinson rennt auf der Bühne um sein Leben
Während wir überlegen, wie stark unsere Rückenschmerzen aufgrund der unbequemen Sitze der Heinz-von-Heiden-Arena wohl sein werden, macht Bruce Dickinson ab Song eins mehr Schritte als wir in einer ganzen Woche. Dass der Mann nicht 25, sondern 68 Jahre alt ist, grenzt an ein Wunder.
Die Show von IRON MAIDEN bleibt unantastbar – und das in mehrfacher Hinsicht. Sie ist angenehm reduziert: Abgesehen von der großen LED-Leinwand und den darauf laufenden Filmsequenzen gibt es wenige Special Effects. Klar, Dickinson wechselt gelegentlich das Outfit und Eddie stiefelt über die Bühne. Verglichen mit dem Zirkus moderner Headliner wirken IRON MAIDEN jedoch fast puristisch.
Auch die Setlist blieb nahezu unverändert. Es ist verständlich, den Fans, die 2025 keine Gelegenheit hatten, die Tour zu sehen, dieselben Stücke zu präsentieren. Dennoch hätten wir uns mehr als nur „Infinite Dreams“ anstelle von „The Clairvoyant“ gewünscht. Selbst unter der Vorgabe, ausschließlich Songs aus den Jahren 1980 bis 1992 zu spielen, hätte deutlich mehr Potenzial für Veränderungen bestanden.
Nichtsdestotrotz freuen wir uns über „The Number Of The Beast“, „Powerslave“, „2 Minutes To Midnight“, „Run To The Hills“, „The Trooper“ und natürlich „Fear Of The Dark“. Ein besonderes Highlight ist der Longtrack „Rime Of The Ancient Mariner“, zu dem sich passenderweise der Himmel über der Arena verdunkelt.
IRON MAIDEN sind gut aufgelegt und jeder Ton sitzt. Als ein Einsatz misslingt, lacht Dickinson ins Mikrofon und erklärt, man habe beweisen wollen, dass alles zu 100 Prozent live sei. Auch sonst scherzt der Sänger mit dem Publikum und leitet die Songs gekonnt und kurzweilig ein.
Als die letzten Töne von „Wasted Years“ erklingen, flitzen wir zum Auto, um dem Abreisestau zu entgehen und nehmen viel positive Energie von diesem Abend mit. Wir sind gespannt, welches Tourmotto uns die eisernen Jungfrauen als Nächstes auftischen. Der heutige Abend zeigt, dass IRON MAIDEN noch lange nicht am Ende sind.
Galerie mit 30 Bildern: Iron Maiden - Run For Your Lives World Tour 2025/26 in Berlin

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Jannik Kleemann
































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