Donots & H-Blockx
Open Airs 2026

Konzertbericht

Billing: Donots, H-BlockX und Blackout Problems
Konzert vom 21.08.2026 | Kloster Schiffenberg, Gießen

Der Konzertabend an diesem milden Freitagabend im Spätsommer stand nicht unwesentlich im Zeichen politischer Geradlinigkeit. Kaum ist der Eintritt in die herrliche Kulisse des Klosters Schiffenberg im Osten der mittelhessischen Studentenstadt Gießen geschafft, erwartet die BesucherInnen ein prominent mittig platzierter Stand von „Kein Bock auf Nazis„, was an diesem Showabend auch noch häufiger verbalisiert werden soll.

Klar positioniert sich in diesem Zusammenhang bereits der Opener BLACKOUT PROBLEMS aus dem Münchener Raum, der 2024 mit dem Album „Riot“ erstmals eine einstellige Chartplatzierung erreichen konnte. Demzufolge ist es vor der Bühne um Punkt 18 Uhr bereits relativ voll und Mario Radetzky, der später persönlich am Merch-Stand stehen soll, hängt schon in der Menge. Der Sound setzt sich aus feinen Indie-Melodien zusammen, die zwischen Sturm und Drang, Melancholie und nostalgischen Gefühlen nach Teeniefilmen aus den Zweitausendern tänzeln.

Von Links nach Links

Im Verlauf der Show macht der Frontmann mehr als subtil klar, wo man sich verortet – „Ich will alle sehen, von ganz links bis nach ganz links“. Manchmal vielleicht einen Funken drüber, was die Auskleidung der Botschaft angeht, doch seis drum. Ganz zentral machen die Süddeutschen Spaß und heizen das Publikum gehörig an.

Als sich die Münsteraner Crossover-Urgesteine H-BLOCKX anschicken, den ersten Teil des Headliner-Doppelpacks zu bestreiten, wird der Sound auf der Klosterbühne wuchtiger. Ab „Straight_Outta_Nowhere“ regieren nu-metallische Breaks, Straßenattitude und immer wieder Querverweise in Richtung Rap und Hip-Hop. Trotzdem das Set unterm Strich vielleicht ein wenig gleichförmig wirken mag, setzt die routinierte Band immer wieder Wirkungstreffer und animiert die Meute mit „Can’t Get Enough“, „Move“ oder „Lights_Out“ zur Bewegung.

Kochender Crossover-Kessel

Ein ernstes Thema offenbart Sänger Henning Wehland mit der Ankündigung des Songs „Desperado“, der seinen Kampf aus der Alkoholabhängigkeit thematisiert und für ihn der wohl wichtigste Song der Bandgeschichte bleiben wird. H-BLOCKX können also auch emotional. Die großen Hits ihrer Diskographie hebt sich das Quartett solange auf, bis der Kessel bereits reichlich am Kochen ist. Das SNAP!-Cover „The Power“ und der prämierte Hit „Risin‘ High“ lassen einen routinierten Auftritt zu Ende gehen, der durch die DONOTS mit Emotionalität kontrastiert wird.

Setlist:

01. Straight_Outta-Nowhere
02. How Do You Feel?
03. Countdown To Insanity
04. Step Back
05. Me_and_My_Horse
06. Can’t Get Enough
07. Move
08. Timeless
09. Desperado
10. Revolution
11. Leave Me Alone!
12. Lights_Out
13. Last_Summer
14. Pour Me A Glass
15. Little Girl
16. The Power
17. Risin‘ High
18. CORNS_ABOUT_2_POP
19. Ring Of Fire

Die Alternative-Punks aus Ibbenbüren bestechen letztlich nicht nur durch das brennende Feuer ihrer eigenen Attitüde, sondern gleichzeitig auch mit musikalischer Klasse. Der Backkatalog der Band ist im Abendvergleich mit Abstand am breitgefächertsten und das Quintett weiß dies zu nutzen. „Auf sie mit Gebrüll“ ist ein High-Energy-Punk-Song und der perfekte Einstand, danach folgen Mitsinghymnen wie „Whatever Happened To The 80s“, raubeinige Akustiker, bei denen Gitarrist Guido in den Vordergrund rückt („Augen sehen“) und Statement-Songs wie „Dann ohne mich“. Dass ausgerechnet an diesem Abend, an dem Haltung eine große Rolle spielt, die erste Reihe mit Rollstuhlfahrern gesäumt ist, fällt nicht nur Frontmann Ingo positiv auf.

Musikalische Emotionalität

Wer die DONOTS kennt, der weiß das Letzterer nicht nur gerne mit der Menge interagiert, sondern die Band-Fan-Beziehung gerne auf die Spitze treibt. Heute nutzt er einen lachend einverstandenen Security-Mann als menschliches Surfbrett, um sich über die ersten Reihen tragen zu lassen. Die Zugabephase der Nordrhein-Westfalen fällt anschließend üppig aus. Das Cover der BEASTIE BOYS, „Fight For Your Right“, wird gemeinsam mit der kompletten Band von H-BLOCKX vorgetragen, doch natürlich fehlt noch immer der TWISTED SISTER-Hit „We’re Not Gonna Take It“ und der Feuerzeug-Schwenker „So Long“. Musikalisch auf den Punkt, Stimmung deutlich drüber – die DONOTS gehören weiterhin zur deutschen Speerspitze ihres Genres.

Setlist:

01. Auf sie mit Gebrüll
02. Calling
03. Whatever Happened To The 80s
04. Wake The Dogs
05. Dead Man Walking
06. Hunde Los
07. Apokalypse Stehplatz Innenraum
08. Hey Ralph
09. Problem kein Problem
10. Dann ohne mich
11. Kaputt
12. Augen sehen
13. Keiner kommt hier lebend raus
14. Solid Gold
15. Stop The Clocks
16. Hier also weg
17. Fight For Your Right
18. Eine letzte Runde
19. We’re Not Gonna Take It
20. So Long

24.08.2026

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