Beseech - Future. Present. Past.

Review

“Future. Present. Past.” klingt wie der Titel einer beliebigen Best-Of-Compilation, und fast hätte man den neuesten Output von BESEECH für eine solche gehalten, liegt das letzte reguläre Studioalbum „My Darkness, Darkness“ doch bereits zehn Jahre zurück. Stattdessen haben die schwedischen Gothic-Metaller einfach nur lange Anlauf genommen und präsentieren uns mit besagtem Album endlich neues Futter.

Neues Line-Up, alte Bekannte

Bevor es dazu kam, wurde allerdings das Line-Up einmal komplett auf links gedreht: Einzig Gitarrist Manne Engström ist vom letzten Album noch übrig geblieben, und ansonsten sind fast alle Musiker wieder mit dabei, die schon vor dem Split im Jahr 2006 mitgemischt hatten. Allen voran das Gesangsduo Lotta Höglin und Erik Molarin, die den Songs gleich einen ganz anderen Touch geben als Klas Bohlin und Angelina Sahlgren Söder: Erik Molarin lässt seine Stimme ganz im Zeichen Pete Steeles in den Bassfrequenzen vibrieren, während Lotta Höglin deutlich gebieterischer als ihre erotisch säuselnde Vorgängerin klingt.

Ansonsten machen BESEECH aber das, was sie am besten können: Gothic Metal mit nachvollziehbaren Refrains. Jedenfalls funktioniert dieses Rezept bei einigen Tracks wie dem vorab ausgekoppelten „Hesitations“ hervorragend, dessen Refrain sich ins Gehirn einschmeichelt und wo die Klavierlinien lieblich in die Gehörgänge tropfen. Auch der Titeltrack “Future. Present. Past.” mit dem gemischten Gesang über Akkorden auf der Akustikgitarre hat einen hohen Wiedererkennungswert. Nicht zu vergessen das süß-melancholische „The Sweet Hello, The Sad Goodbye“, wobei dieser Track allerdings auch eine Coverversion eines ROXETTE-Songs aus der zweiten Reihe ist, wenngleich nicht minder gefühlvoll und effektiv.

Ebenfalls mehr als solide sind Tracks wie der kraftvolle Opener „Ambiguous Mind“, der Uptemporocker „Boundless Space“ (schicke Gitarrenmelodie) und „End This“, der auf einer absteigenden Akkordfolge aufbaut und somit einen natürlichen Flow entwickelt. Im weiteren Verlauf haben sich dann auch noch ein paar unspektakuläre Tracks eingeschlichen. Teilweise liegt das daran, dass die meisten erstmal mit einem instrumentalen Wabern beginnen, aus dem sich nur mühsam der eigentliche Song schält. Ein Paradebeispiel dafür ist das genannte Cover „The Sweet Hello, The Sad Goodbye“, der erst nach anderthalb Minuten zum Chorus ansetzt (Hallo?), oder das abschließende „Between Worlds“, obwohl der eingängige Refrain den Hörer dann doch noch abholt.

“Future. Present. Past.” – gute Figur, keine Best-Of

Nimmt man also die überambitionierte Produktion und den an manchen Stellen zu verarbeiteten Gesang (gerade bei der weiblichen Stimme) als Maßstab, klingt das schon ziemlich negativ – abgesehen vom Eindruck, dass das Album mit neun statt elf Songs besser gefahren wäre. Das soll es aber gar nicht. “Future. Present. Past.” hat seine Momente, einige starke Songs und macht unterm Strich eine gute Figur. Nur eine Best-Of-Compilation, wie eingangs erwähnt, ist die Scheibe auch nicht geworden.

28.09.2026

- Dreaming in Red -

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