Stratovarius
Weniger typische Power-Metal-Themen

Interview

Ganze sieben Jahre hat es gedauert bis STRATOVARIUS uns mit einem Nachfolger zum starken „Eternal“ beehrten. Nun ist „Survive“ aber erschienen und wir wollten natürlich wissen, warum es so lange gedauert hat. Außerdem haben wir natürlich auch noch weitere Fragen zur neuen Scheibe und dem Status Quo innerhalb der Band gestellt.

Hallo und danke, dass ihr euch die Zeit für die Fragen nehmt. Seid ihr wegen des Erscheinens von „Survive“ aufgeregt? Fühlt es sich anders an, das 16. Album im Vergleich zum 1. Album zu veröffentlichen?

Ja, wir sind aufgeregt. Das letzte Album ist ein paar Jahre her und wir haben viel Sorgfalt in den Schreibprozess und die Auswahl der Songs gesteckt, sowie auch in den Aufnahmeprozess. Es ist absolut ein anderes Gefühl, mittlerweile interessieren dich die Reaktionen nicht mehr so und man ist außerdem erfahrener im Musik kreieren, sodass es weniger Stress gibt.

Warum hat es so lange gedauert, einen Nachfolger zu „Eternal“ zu schreiben? Wie weit war „Survive“ als ihr „Enigma: Intermission II“ veröffentlicht habt?

Wir haben noch nichts angefangen, als wir „Enigma: Intermission II“ veröffentlicht haben. Außerdem haben wir zu dem Zeitpunkt ohnehin eine Weile nichts gemacht. Es stellte sich heraus, dass die Band wuchs, egal ob wir nun ein neues Album veröffentlichten oder nicht. Die Musikindustrie hat sich dahingehend verändert.

Wir haben uns also gedacht, wenn wir noch ein Album veröffentlichen, dann muss es sich richtig anfühlen und wir haben uns mehr auf das Schreiben fokussiert als in der Vergangenheit. Dieses Mal haben wir uns richtig getroffen und alle zusammengesetzt. Da wir alle an verschiedenen Orten leben, wurden alle Alben seit 2008 in einer Art Pandemie-Stil geschrieben, via Dropbox, E-Mail und Textnachrichten. Dieses Mal hatten wir das Ziel, die Leute in einem Raum zusammen zu bringen und das hat natürlich Reise- und Terminprobleme verursacht.

Was denkt ihr sind die wichtigsten Themen des Albums?

Wir tendieren dazu, über Dinge zu schreiben, die uns wichtig sind und uns beeinflussen, was dieser Tage hauptsächlich schlechte Neuigkeiten sind. Also sind die Themen weniger typische Fantasy-Power-Metal-Themen, Liebeslieder oder Kriegsthematiken, die du im Metal allgemein siehst. Aber wir haben davon auch was eingebaut.

Ein Thema sticht ins Auge: die Klimakrise. Was sind eure Gedanken über die Zukunft dieses Thema betreffend?

Ich denke, wir sind alle ein bisschen beunruhigt über die Treibhausgasemissionen. Niemand weiß jedoch, wie schlimm es wird.

Das Cover zeigt Hoffnung in einer zerstörten Umgebung. Wie ist es entstanden und wer hat es entworfen?

Das Konzept entspringt dem Albumtitel, welcher vom Song selben Namens abgeleitet ist. Der Künstler, den wir seit „Polaris“ benutzen, Gyula Havancsák, hat es kreiert. Wir haben ihm ein paar allgemeine Ideen gegeben und was er daraus gemacht hat, passt perfekt.

STRATOVARIUS - "Survive"

Auf dem Cover kannst du die CD des selbstbetitelten Albums von 2005 erkennen. Ist das ein Easter Egg oder hat es eine tiefere Bedeutung?

Ich denke, das war nur eine Brainstorming-Idee wie: „Es wäre witzig, wenn du da eine STRATOVARIUS-CD einbauen würdest.“. Es ist dann „Stratovarius“ geworden, weil die CD zufällig bei ihm rumlag, die Auswahl dieses Albums war also Zufall.

Ist „Survive“ ein Neuanfang, ein Comeback für die Band oder ist es gar ein Schwanengesang (was ich nicht hoffe)?

Jedes neue Album, das du herausbringst, ist ein Neuanfang. Comeback ist das falsche Wort, wir sind nicht gegangen, wir haben uns nur mehr auf das Live spielen konzentriert. Aber du hoffst immer, dass es etwas ist, das die Leute in ihre Herzen einschließen. Es ist definitiv kein Schwanengesang, wir planen noch mehr Alben auf diesem Wege zu schreiben.

Wer hat die „Sieben-Buchstaben-Regel“ für STRATOVARIUS-Albumtitel entworfen?

Das muss Timo Tolkki mit „Episode“ gewesen sein. Aber ich persönlich sehe das weniger als eine strikte Regel. Nur etwa die Hälfte der Alben haben so eine Art Titel bisher.

Es ist 15 Jahre her, dass Timo Tolkki die Band verlassen hat. Seht ihr einen Unterschied zwischen dem Material bis dahin und seit „Polaris“? Was denkt ihr darüber, dass er alte STRATOVARIUS-Songs live spielt?

Ja, ich denke es ist sowohl musikalisch als auch produktionstechnisch ein Unterschied. Er ist so ein geborener Songwriter. Wenn wir heutzutage die Songs schreiben ist es mehr ein langwieriger Prozess mit vielen interessanten Diskussionen. Das Material nach 2005 ist vermutlich ein bisschen progressiver und auch aggressiver und moderner.

Was sind eure Pläne für die nächsten Jahre? Wird es wieder sieben Jahre dauern, bis „Survive“ einen Nachfolger bekommt?

Wir wissen es nicht wirklich, aber wir arbeiten bereits an neuem Material.

Danke für die Zeit und die letzten Worte gehören euch.

Danke! Wir hoffen, euch irgendwo auf Tour zu sehen.

Galerie mit 24 Bildern: Stratovarius - "A Nordic Symphony"-Tour 2018
Quelle: Interview mit Stratovarius
18.10.2022

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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