Erdling Mana-Tour
Zwischen Abriss, Alaaf und Ausdauertraining

Konzertbericht

Billing: Erdling und Aeverium
Konzert vom 07.02.2026 | Das Bett, Frankfurt am Main

Um Punkt 20:00 Uhr fällt in Frankfurt der Startschuss für einen Tour-Abschluss, an den sich wohl alle Beteiligten noch lange erinnern.

AEVERIUM eröffnen den Abend

… Und das Publikum ist von Anfang an mit voller Energie dabei. Die Band vom Niederrhein versteht es, die Menschen mit ihrem Sound, der sich stilistisch zwischen symphonischen Elementen, eindringlich harten Riffs und Screams bewegt, mitzunehmen.

Passend zur fünften Jahreszeit, die man bekanntlich sowohl in Düsseldorf als auch in Frankfurt feiert, wird aus AEVERIUM um 20:15 Uhr ALAAFIUM. Lustige, aus Tourplakaten gefaltete Papierhütchen, eine kurze Büttenrede und mittendrin eine Vorband, die sich keineswegs zu ernst nimmt und das Leben gebührend feiert. Auch, wenn dem ein oder anderem beim Gedanken an Karneval kurz die Panik in den metallenen Augen anzusehen ist — der Stimmung und Professionalität der Band tut das kurze Spaß-Intermezzo keinen Abbruch.

Galerie mit 25 Bildern: Aeverium - Mana Tour 2026 in Nürnberg

Ein besonderes Highlight des Abends ist der Live-Videodreh zur neuen Single „Whatever“. Das Publikum feiert ausgelassen mit. Nach gut 50 Minuten beenden AEVERIUM ihre finale Show als Support-Act der „Mana“-Tour mit merklich viel Dankbarkeit.

Setlist:

1. Return To Sender
2. Living in Elysium
3. Distrust
4. Whatever
5. Hunted
6. Lost And Found
7. Break Out
8. Home
9. Safe Harbour
10. Heaven’s Burning (Harvest Time)

ERDLING zeigen sich ganz in ihrem Element

Um 21:20 Uhr betritt der Headliner die Bühne. Zwischen „Blizzard“ und „Blitz und Donner“ legen ERDLING eine fulminante musikalische Darbietung hin, die den Naturgewalten, die sie häufig in ihren Songs thematisieren, in nichts nachsteht. Die lichttechnische Untermalung der besungenen Elemente holt die Zuschauenden auch auf visueller Ebene ab, während das Bühnenbild eher einfach gestaltet ist.

Es dämmert – nicht nur in der Götterwelt

Nebst der besungenen Naturphänomene sind ERDLING dafür bekannt, sich in ihren Texten mit mythologischen Gestalten und Welten auseinanderzusetzen. Die Band schafft es, eine dunkle, mystische Stimmung, getragen von rohen musikalischen Elementen und Geschichten der nordischen Mythologie, aufzubauen.

So wird die Show in Frankfurt zu einem Ereignis, das nicht nur die Macht der Götter, sondern auch die Nackenmuskulatur des ein oder anderen auf die Probe stellt. Spätestens bei „Götterdämmerung“ ist auch der Letzte in den hinteren Reihen wach und schüttelt das Haar. Willkommen beim dunkel-buntesten Ausdauertraining des Jahres!

Galerie mit 30 Bildern: Erdling - Mana Tour 2026 in Nürnberg

ERDLING machen Schluss mit Pseudo-Zugaben

Wir alle kennen sie – unendliche „Zugabe“-Rufe, gefolgt von absolut zufällig und auf gar keinen Fall vorher einstudierten Songs. ERDLING treten dieser Gepflogenheit mit einem Augenzwinkern entgegen und einigen sich gemeinsam mit dem Publikum darauf, den Part zu überspringen und die sonst vertane Zeit für einen weiteren Song zu nutzen.

Kurz vor Schluss legt die Crew in Zusammenarbeit mit Busfahrer Ronny eine ursympathische Umbaupause mit Akustik-Session hin und gibt BOB DYLANs „Knockin‘ On Heaven’s Door“ zum Besten. Wer jetzt meint, dass der Abend damit langsam und ruhig ausklingt, der irrt. Nach einer Unplugged-Version von „Firmament“ und einer damit einhergehenden Dankesrede von Sänger Nils „Neill“ Freiwald, bebt „Das Bett“ noch einmal richtig.

Kamelle, ein ikonischer Coversong und ein „Easter Egg“ für alle Nerd-Herzen

Erstmals wagen sich ERDLING auf der „Mana“-Tour an einen Coversong, der es mit TYPE O NEGATIVEs „I Don’t Wanna Be Me“ faustdick hinter den Ohren hat. Allerdings scheinen die Szene-Größen nicht allen Besucher:innen ein Begriff zu sein und so schaut man in viele Gesichter, die ausdrücken, das Lied schon einmal gehört zu haben, es aber nicht so recht einordnen zu können. Dennoch – die Stimmung bleibt bis zum Schluss oben.

Kurz bevor die Show nach sage und schreibe 23 Songs ihren endgültigen Ausklang findet, wird es ungewöhnlich bunt und „kölsch“.  AEVERIUM stürmen samt Crew in Kostümen die Bühne, es regnet Kamelle für das Publikum und ein Schnäpschen für die Kolleg:innen. Wieder einmal ist der Karneval eingezogen und geht als kleiner Abschluss-Streich in die Geschichte der Tour ein.

ERDLING selbst schließen den Abend in „Helheim“, mit Härte, besonders viel Herzlichkeit und der Ankündigung der „Mana“-Tour Part II ab. Beim Outro wird zu guter Letzt mit JEREMY SOULEs Soundtrack zu „The Elder Scrolls V: Skyrim“ auch das letzte Nerd-Herz schwach.

Setlist:

1. Mein Element (Intro)
2. Dominus Omnium
3. Es Gibt Dich Nicht
4. Los, Los, Los
5. Blizzard
6. Grendel
7. Götterdämmerung
8. Am Heiligen Hain
9. Supernova
10. Steh Den Sturm
11. Leuchtfeuer
12. Mana/Drum Solo
13. Phoenix
14. Yggdrasil
15. Hinter Dunklen Wolken
16. Sternenschimmer
17. Blitz Und Donner
18. Mein Element
19. Knockin‘ On Heaven’s Door (Crew Cover)
20. Firmament (Akustikversion)
21. Miasma
22. I Don’t Wanna Be Me (TYPE O NEGATIVE-Cover)
23. Wir Sind Midgard
24. Helheim

Bericht: Alana Leidig aus Frankfurt am Main
Fotos: Natalia Sokolowksa aus Nürnberg

16.02.2026

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