Erdling - Yggdrasil

Review

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Für ERDLING geht es nordwärts

ERDLING mussten sich zu ihren bisherigen Platten auf metal.de einiges anhören. “Aus Den Tiefen“ glänzte mit lyrischen Fremdschammomenten, “Supernova“ war ein Schritt in die richtige Richtung, der mit “Dämon“ zunichte gemacht wurde. Banalität traf dort auf Ideenlosigkeit und Klischees. Das nunmehr vierte Album trägt den Titel “Yggdrasil“, widmet sich also der nordischen Mythologie. Als eines der wohl meistgenutzten Motive zeitgenössischer Metalbands birgt eine derartige Ausrichtung natürlich erneut die Gefahr, der Hörerschaft Klischees um die Ohren zu pfeffern.

Härter, Lauter, Besser?

Nach einem unauffälligen Intro starten ERDLING ihre Reise in den Norden mit “Blizzard“, der die Band härter und schroffer als bislang präsentiert. Die neue metallische Ausgestaltung steht ihnen erstaunlich gut zu Gesicht und macht Lust auf die restliche Platte. “Wir Sind Midgard“ führt den härteren Trend fort, stellt jedoch eher den hymnische Refrain in den Mittelpunkt, der in vielerlei Hinsicht wieder typisch für ERDLING ist. Zum einen steht er symbolisch für die einfachen Songstrukturen, auf welche die Band seit jeher setzt. Der Chorus muss schön catchy sein, die Strophen kurz und knackig. Viel Abwechslung darf man also nicht erwarten. Doch auch die Texte sind wieder einmal kein Meisterwerk, jedoch muss man klare Unterschiede zu älteren Stücken benennen. ERDLING haben deutlich (!) weniger „Reim dich oder ich fress dich“-Anteile in ihren Songs, deutlich weniger ausgeleierte Metaphern und eine spannendere Wortwahl als bislang. Die Thematik wird wie erwartet häufig mit plakativen Lyrics bedient – jedoch deutlich geschickter als man es von ERDLING kennt. Lyrisch geht es also bergauf.

Zwischen BLUTENGEL und EQUILIBRIUM

Musikalisch veröffentlichen ERDLING auf “Yggdrasil“ reichlich Live-Hits. “Hundert Welten“ balanciert galant zwischen melodischen Synthies und Headbang-Material, “Am Heiligen Hain“ ist trotz seines seltsamen Flüster-Gesangs tanzbar und eingängig und der Titeltrack wird sicherlich durch seinen hymnischen Charakter den Weg in das Live-Set schaffen. Tiefgründig geht es auf dieser Platte kaum zu, aber ERDLING schaffen es auf ihre Art, die Hörerschaft bei der Stange zu halten. Einzige Ausnahme bildet das merkwürdige “Wölfe Der Nacht“ mit Chris Pohl von BLUTENGEL, das textlich derart klischeeüberladen ist, dass es glatt von BLUTENGEL selbst hätte sein können. Weitaus besser gelingt das Gastspiel von “Robse“ Dahn. Der EQUILIBRIUM-Sänger veredelt “Im Namen der Krähe“ mit seinen kräftigen Vocals. Leider scheint sein Einsatz nur an wenigen Stellen eingebaut worden zu sein – das hätte man ruhig noch etwas ausdehnen können!

Fehlender Tiefgang

Wem oberflächliche Texte nichts ausmachen, wird mit “Yggdrasil“ seine wahre Freude haben. ERDLING entwickeln ihren Sound weiter und bringen mehr Druck, Tempo und vor allem Härte in ihre Musik. Eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der Mythologie und eine darauf basierende Lyrik hätten dem Album jedoch gut getan.

26.01.2020

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