Aktiv Dödshjelp - The Nasty Piece

Review

Wenn eine Band AKTIV DÖDSHJELP heißt, dann geht man schon davon aus, mit Glück eine ordentliche Schelle zu kassieren. Von einem Album des Titels „The Nasty Piece“, gezückt von „Norwegens gefährlichster Band“. Mal so richtig eine vor den Latz zu bekommen von einer bärbeißigen und übermütig ungepflegten Mischung aus KVELERTAK-Wahnsinn, Early-TURBONEGRO-Nihilismus und höchstprozentigem Blindmacher aus der Schwarz-Destille. Gibt ja eh vielleicht kein Morgen. Und wenn doch, dann ist es dunkel in Europas Norden und Trollartige paaren sich ungeniert und nicht lautlos hinter der Hütte. So die Vorstellung. Und dann? UND DANN?!

„The Nasty Piece“ ist im Herzen ein Partytier

Dann feuern AKTIV DÖDSHJELP mindestens anfangs tatsächlich aus allen Røhren wie die Genannten in ihren guten Zeiten. Fantasielos, aber passend werden auch immer wieder THE GOOD, THE BAD AND THE ZUGLY als Vergleichsgröße in die derangierte Klopper-Szenerie gezerrt. Doch wie es in dieser Gesellschaft üblich ist, kann eine(n) „The Nasty Piece“ nicht an der blutenden Nase herumführen. Es mag noch so forsch auftreten und noch so böse grollen – im Herzen ist es ein Partytier. Es zieht dich nicht ab, sondern auf die Tanzfläche. Denn schnell wird klar: Was AKTIV DÖDSHJELP hier veranstalten, ist im Prinzip Popmusik, die einfach mit einigen rüpeligen Mitteln der akustischen Gosse scharfgemacht wurde.

AKTIV DÖDSHJELP setzen auf die Hymne

Verzerrte Riffs und Geschrei werden von Ohrwurmmelodien meist der Gitarren, aber auch der Tasten, Oohohoho-Refrains und zurückgenommenen Phasen des groovenden Anlaufnehmens in packende Hymnen gezwungen und teilweise gar rausgeschmissen. Und so singt man einigermaßen enthusiastisch und nach spätestens einer Viertelstunde in beeindruckendem Fantasie-Norwegisch zentrale Lyrikpassagen mit, ist sich sicher, dass hier ironisch-lustig der böse Nachbar und der Zustand der Welt seziert werden, und kickt den Ficus im Strecksprung von der Anrichte. Man lebt nur fuckin‘ einmal. Und merkt gar nicht, dass man vom Hardcore-Punk und mitgedachter Black-Metal-Attitüde im Nullkommanix bei den BEATLES und Classic Rock gelandet ist. Anspieltipps? Die ersten elf Songs nach dem Intro. Und vor allem „Lazer Tag“ in der Mitte von „The Nasty Piece“ – TURBONEGRO at their catchiest. Coole Winter- und Sommerplatte, eure zweite, AKTIV DÖDSHJELP. Auf das Leben!

23.09.2026

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2 Kommentare zu Aktiv Dödshjelp - The Nasty Piece

  1. Lake sagt:

    Klasse! Der verlinkte Song gefällt schonmal und sorgt zur frühen Tageszeit für absolute Ausgeschlafenheit und den unwiderstehlichen Drang, mit erhobenen Fäusten durch die Bude zu randalieren. Macht Spaß und wird somit nach Erscheinen komplett durchgecheckt!

  2. doktor von pain sagt:

    Kann mich anschließen, der Song macht richtig Laune.