
Black Listed Friday
Die 6+6+6 der Woche
Special
Hund, Katze, Maus: Am „Black Listed Friday“ Nr. 46 geht es einmal mehr animalisch zu. Die „6+6+6 der Woche“ nähern sich drei tierischen Labels auf jeweils artgerechte Weise.
Eine Ausgabe für Fans der Fauna.
Stichwort Hund: Die 6 überragenden Alben auf Hellhound Records, die eigentlich kein gutes Artwork brauchen (Fauna I)
„Hellhound Records“ aus Berlin waren vor allem in den Neunzigern die erste Adresse für klassischen Maryland-Doom. Als Beleg kommt an dieser Stelle eine zu kleine Auswahl.

1. COUNT RAVEN – „Destruction Of The Void“ (1992)
Das Opus Magnum auf Hellhound Records und ein Klassiker des klassischen Hippie-Doom stammt selbstverständlich von Fodde Fodelius. Er ist Ozzy und Iommi gleichzeitig und sein Bullerbü ist längst abgebrannt.
2. REVELATION – „Never Comes Silence“ (1993)
Das Eingangs-Lamento auf dieser Platte lautet: „Yesterday I Saw The Flowers Crying“. Kurz darauf berührt das lyrische Ich sie auch noch mit seinem Mind – und strahlt dabei in seiner ganzen Resignation trotzdem aufrechte Würde aus. Zauberei ist relativ sicher im Spiel.
3. LOST BREED – „The Evil In You And Me“ (1993)
„The Evil in You and Me“ is arguably the first ‚Doom Rock‘ album to ever exist. Some might call it ‚Stoner Rock‘ (we wouldn’t agree), but whatever it is, it’s pretty groundbreaking.“ (Bandcamp/Shadow Kingdom Records)
4. BLOOD FARMERS – „Blood Farmers“ (1995)
„They started as a BLACK SABBATH covers band, with horror films projected in the background during their concerts.“ (metal-archives.com)
5. INTERNAL VOID – „Standing On The Sun“ (1993)
Innere Leere. Kennt jede(r) hier. Es ist wirklich besser so.
6. SAINT VITUS – „Die Healing“ (1991)
Scott Reagers kehrt zum ersten Mal zurück ans Mikro der größten Band des Genres. Allein das!
Honourable Mentions mindestens: IRON MAN – „The Passage“ (1994), THE OBSESSED (mit Wino) – „Lunar Womb“ (1992), UNORTHODOX – „Balance Of Power“ (1994) und WRETCHED – „Life Out There“ (1993).
Stichwort Katze: Die 6 Artworks, die gute Platten auf Man’s Ruin Records noch weiter polieren (Fauna II)
Zu einem hervorragenden Album gehört auch ein hervorragendes Cover. Sonst? Ist es nicht hervorragend. Oder anders: Tolle Songs werden durch ein beschissenes Cover entwürdigend domestiziert, während ein geiles Cover mittelmäßige polieren kann. Wer davor die Augen verschließt, hat die Musik nie geliebt. Mr. Frank Kozik dagegen liebte die Musik. Er spendierte vielen seiner Bands so quietschbunte wie astreine Comic-Cover, Poster und Merch-Motive steuerte damit auch die Wahrnehmung seines Labels Man’s Ruin erheblich. Wobei der niedliche Welpe bei Kozik zwei Köpfe hat, der niedliche Hase Kette raucht und das niedliche Ferkel sich selbst lachend filetiert. Wie das eben so ist. Gute Fotos gab es ebenfalls.
Um die Jahrtausendwende war nach nur rund acht Jahren dann Schluss bei Man’s Ruin. Bis dahin erschien eine eben auch optisch bunte, dabei zum Teil fragwürdig testosteron-gesättigte Mischung aus (Punk-)Rock, Noise-Rock und vor allem Stoner, die es in sich hatte. Viel kam als 10“, als Single oder als Split.
Hier sind besonders gelungene Kombinationen aus Musik und Cover-Art:

1. FATSO JETSON – „Flames For All“ (1999)

„Planet der Affen“, „Masters Of The Universe“ und die „Simpsons“ werden behutsam integriert, um eine frühe Stoner-Freakshow im Geiste der MELVINS einzukleiden. Ohne gewollte natürliche Feinde.
2. UNSANE – „Amrep Xmas“ (1997)

Der Noise-Rock von UNSANE ist eine der größten Spaßveranstaltungen vollkommen ohne Spaß. Ohne Spaß jetzt!
3. Desert Sessions – Vol. 1 & 2 (1998)

„People, listen to me, whatever you do: Do not buy products by Man’s Ruin. They are evil sinners and they are on the side of Satan. Do not purchase any goods from Man’s Ruin, for they are evil fornicating, drinking animals and they will steal your soul.“ (Reverend Bruno Ponce Jones (CD-Bonus zu Vol. 1))
4. PROTEIN – „My Blood/Refridgerator“-7“ (1996)

Indie … eigentlich oft Kindergeburtstag. Okay, hier auch.

5. THE HOOKERS – „Must Kill! Must Kill!“-EP (1998)

Das Rock-Monster arises, um dem Ska in den Arsch zu treten. Must kill eben, must kill! Und die feingeistig benannten THE HOOKERS lesen R-O-C-K durch ihre schlierige Hinterwäldlerbrille als R-A-W-K. Kann man machen nach der vierten Flasche. Scotch. Blended.
6. GLUECIFER – „Gary O’Kane“-EP (1999)

Wie immer achten die Kings Of Rock darauf, dass ihre Platten nicht jugendfrei verpackt sind. Credibility.
Stichwort Maus: 6 Artworks auf Mausoleum Records, die man kennen sollte (Fauna III)
Mausoleum Records aus Belgien haben zwar auch einige gute Alben veröffentlicht, in erster Linie 1984 „Burning The Witches“ von WARLOCK. OSTROGOTH, FAITHFUL BREATH, LIVING DEATH, HIRAX und HYADES befinden sich zudem in der Auslage. Die Kernkompetenz des Labels lag allerdings eher nicht im Bereich Musik. Herausragend waren die Belgier bezüglich der Optik. Falls jemand noch Material für das Plattencover-Memory braucht, für die Fototapete im Büro oder die kahle Stelle an der Wand gegenüber der Toilette: Hier sind die besten, da metallischsten Werke der Coverkunst.
1. CROSSFIRE – „Second Attack“ (1985)

Gelbe Augen: Im Metal bis heute unterschätzt. Dabei haben sie das Wesentliche im Blick. Diese Augen.
2. DARK WIZARD – „Devil’s Victim“ (1984)

„Nein, Bobby, Liebling! Du bist nicht Saruman!“
3. STEELOVER – „Glove Me“ (1984)

Gehandschuht werden: In den Achtzigern offensichtlich noch etwas für die Schmuddelecke.
4. SYAR – „Death Before Dishonour“ (1984)

„Die Form wahrt, wer auch im Kampfe zum Telemark ansetzt.“ (Ernst Jünger)
5. TORMENTOR – „Goddess Of Love“ (1984)

Zutreffend.
6. OSTROGOTH – „Too Hot“ (1985)

Als Schattenspiegelung in der Felge zu erahnen: Die Herren Testosteron und Samenstau. Aber mal ohne Wokeness: Der Anzug ist wirklich geil. Karo-Typ „Edinburgh“ (!).
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Marek Protzak
































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