April Art - Red

Review

Soundcheck Oktober 2026# 17 Galerie mit 21 Bildern: April Art - Rock am Härtsfeldsee 2026

Um Rot zu sehen, muss man sich diesen Herbst gar nicht aufregen – ein Griff in die gut sortierte Musiksammlung reicht. APRIL ART machen ihre Bühnenoutfits zum Programm und nennen ihren vierten Longplayer passend “Red“. Doch ist der Sound tatsächlich zum Haare raufen?

“Red“ – Alarmstufe Rot?

Mitnichten. Schon der Opener, Singleauskopplung “Bulletproof“, in dem es darum geht, dass man den Mist, mit dem einen andere bewerfen, an sich abprallen lässt, belehrt jeden Skeptiker eines Besseren. Der nachfolgende Track “Fall Into Pieces“ kontert mit gewaltigem Ohrwurmpotenzial und setzt sich direkt im Gehörgang fest, während das Tempo ordentlich in die Füße fährt. “Panic Stations“, das ebenfalls bereits als Single ausgekoppelt wurde und in der das lyrische Ich davon erzählt, dass egal was es tut es immer im Chaos endet, lebt von seinen spannenden Kontrasten.

Der Track “Unbreakable“ dagegen drosselt zwar das Tempo, ist jedoch so mitreißend, dass der Finger auf dem “Repeat“-Knopf liegen würde, wäre der Rest des Albums nicht genauso gut. “Good Guy“, “Big Bubble Bullshit“ und “Karma Is A Bitch“ sind sowohl partytauglich als auch Songs mit Message. Gerade “Big Bubble Bullshit“ rechnet deftig ab mit Leuten, die permanent auf andere herabsehen und sie klein halten. “Hungry For Life“ wiederum bricht aus dem typischen APRIL ART-Schema aus und groovt sich erst ein bisschen in RnB-Richtung, bevor mit dem Refrain das erste Riff kracht.

APRIL ART sind angekommen

Die vier Gießener zeigen auf “Red“, dass sie genau wissen, was sie tun und ein Händchen für Ohrwürmer haben. Fronterin Lisa-Marie brilliert mit ihrer Röhre sowohl an lauten als auch leisen Stellen, man möchte ihr endlos lauschen. Die Band hat es raus, den Spannungsbogen zehn Songs lang zu halten und für Abwechslung zu sorgen. Das liegt zum Teil auch daran, dass die Songs knackig kurz sind und der längste nur knapp die dreieinhalb Minuten Marke überschreitet. Bevor man sich versieht, rotiert das Album in Dauerschleife. Well done, APRIL ART!

02.10.2026

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