Bodychoke - Cold River Songs

Review

Relapse wiederveröffentlicht heuer das 1999 erschienene, natürlich längst vergriffene Abschiedswerk der nur knapp sechs Jahre bestehenden BODYCHOKE, dem Auffangbecken für Musiker aus dem Umfeld der SUTCLIFFE JUGEND und von WHITEHOUSE. Drei Alben wurden aufgenommen, wobei nur „Cold River Songs“, dessen Titel programmatisch gelesen werden muss, das Zeug dazu hat, nochmal archäologisiert, soll heißen remastered zu werden. Drei Bonustracks gibt es obendrauf.

„Souls At Zero“ ist und bleibt das „Apocalypse Now“ des aufgewühlten Breitwand-Hardcore, ein Referenzmodell. Im fernen San Francisco von den sonnenverwöhnten Kollegen NEUROSIS eingespielt, konzentrierte sich auf diesem Album alles, was in den nächsten fünfzehn Jahren Hunderte von Bands brauchten, um sich an den Schnittstellen Metal/Hardcore und Noise/Rock wund reiben zu können. Dennoch hat es bis heute keine Band geschafft, im Leid ähnlich heftige Orkane zu entfesseln und dabei mit schwelgerischem Pathos sowohl Musikhallen wie auch besetzte Häuser zum Beben zu bringen. Auch BODYCHOKE gelang es nicht.

Der Vergleich mit NEUROSIS soll also nur zur groben klanglichen Einordnung zutreffen. BODYCHOKE sind nämlich weniger hymnisch, längst nicht so ausgeklügelt und konkret. Dabei sind die Stücke gar nicht mal so schlecht. „Control“ mit seinem tragenden Cello etwa klingt wie der Inbegriff urbaner Einsamkeit, das dumpfe „Your Submission“ stellt sich einem wie eine Betonwand in den Weg, die eingängige, blecherne Rifffolge über den treibenden Rhythmen von „Victim“ hat etwas Leichtes, ja Leichtfüßiges. Gleichmütig tischen sie ihren Entwurf von modernem Rock auf: Schleichende, knochige Beats, seismische Basslinien, aus weiten Fernen schwirren Wortfetzen heran, hier und da ein schweinisches Gitarrenbrett, eine dünne Keyboardfläche, ein Wispern. Sie pendeln zwischen der Zerbrechlichkeit von THE SWANS und dem wütenden Urwaldbehaviorismus von THE JESUS LIZARD; sie wuchern zwar mit etwas mehr Noise als Post im Rock und zig mächtigen Melodien – auf ganzer Strecke aber mangelt es ihrer Musik einfach an eigenem Charme. Die Musik ist bei allem epischen Geballer oft etwas zu vorhersehbar und verpufft streckenweise, als wären die Pyroeffekte nass geworden.

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04.02.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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