Christine Plays Viola - Innocent Awareness

Review

Der Name der italienischen Band CHRISTINE PLAYS VIOLA könnte für einige Verwirrung sorgen. Man könnte der Vermutung aufgesessen sein, dass sich eine Dame mit dem Namen Christine im Line-Up findet, oder aber dass der ein oder andere Violinen-Klang auf ihrem Debüt-Album “Innocent Awareness“ zu hören sein wird.

Tatsächlich trifft allerdings keine dieser beiden Vermutungen zu. Tatsächlich besteht diese Combo nämlich aus vier Jungs, die das klassische Rock-Instrumentarium noch um einige elektronische Komponenten erweitern. Auch Violinen sucht der Hörer vergebens. Tatsächlich entführt die Band ihn eher in die düstere Klangwelt des Dark Wave, wie man sie von THE CURE oder den SISTERS OF MERCY kennt. Dabei gehen die Italiener allerdings ein wenig ruhiger und nachdenklicher zu Werke, als ihre berühmten Vorbilder, die eher auf tanzbare Musik setzten. Die elf Songs auf dem Silberling lassen sich Zeit, um düstere Atmosphäre aufzubauen. Dies geschieht hauptsächlich durch den Einsatz spährischer Synthie-Elemente. Die klassischen Instrumente liefern hingegen nur das Grundgerüst. Die Drums schieben einen Beat unter das musikalische Geflecht, der für den gewissen Schuss Eingängigkeit sorgt und auch die Gitarrenarbeit ist mit ihren abgehackten Riffs eher eine Begleiterscheinung. Der Fokus liegt ganz klar auf der Mischung aus elektronischen Komponenten und der düsteren – und ebenfalls elektronisch nachbearbeiteten – Stimme von Sänger Massimo. Diese entführen uns in zerbrechliche Welten voller Leid und Schmerz. Dabei geht das Quartett sehr künstlerisch an diese Themen heran. Wenn man Musik mit thematischem Tiefgang und erzählerischem Charakter mag, ist das gewiss nichts Schlechtes. Aber die düstere Szene setzt normalerweise doch eher auf tanzbare Musik, zu der sie ihr Lebensgefühl passend in Szene setzen kann.

Und eben dieser Effekt geht “Innocent Awareness“ leider völlig ab. Dieses Album ist nicht eingängig, nicht tanzbar. Aber dafür eben künstlerisch hoch anspruchsvoll. Wenn CHRISTINE PLAYS VIOLA in Zukunft der Spagat zwischen diesen beiden extremen Polen des Dark Wave gelingt, dann könnte ihnen eine große Zukunft bevorstehen.

19.06.2011

Der metal.de Serviervorschlag

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