Claus Grabke - Dead Hippies – Sad Robot

Review

Claus wer? Der Beipackzettel liefert die Antwort auf diese Frage gleich in drei verschiedenen Ausführungen.

Für die Sportler: „Skateboardlegende, mehrfacher Deutscher- und Europameister, Europacup- und Monster Mastership-Sieger.“

Für Freunde von Stil und Geschäft: „Gründer eines Trendklamotten-labels und eines Skateboardmagazins. Moderator auf MTV. Studiobesitzer und –produzent namhafter internationaler Bands, sowie ungezählter und unbekannter Newcomer-Kapellen…“

Womit wir bei der Mucke angelangt wären: „…Musiker, Sänger, Frontmann bei Bands wie Eight Dayz, Thumb oder den Alternative Allstars. Allesamt credible Bands mit bestem Renommee in der Szene und großem, sogar internationalem Erfolg.“

Jener Claus Grabke tobt sich nun in einem neuen Projekt aus, das als Band verstanden werden will. Den Einstand geben dabei gleich zwei Scheiben in einer Hülle. Der erste Teil kommt roh, ungeschliffen und kantig daher, während auf dem zweiten Silberling Soundtrack-Feeling vorherrscht.

Auf „Dead Hippies“ regiert schnörkelloser Rock, eingespielt in Trio-Besetzung, irgendwo zwischen Indie-Rotz, Noise-Rock-Kante, Blues und dezentem Iggy-Pop-Vibe. Textlich beginnt es mit einer Absage an Stillstand und Erwartungsbedienung:

„you ask me why i change in any way i can,
you wonder why i run away from any given chance,
you shake your head in disbelieve
‚cause you don’t understand
why i destroy what i create, it’s simply ‚cause i can!“

Alles andere als trendy wird Gas gegeben, wobei das Songwriting etwas auf der Strecke geblieben zu sein scheint. Einen etwas schludrigen Eindruck hinterlässt der eine oder andere Song besonders dann, wenn diese typische Live-Atmosphäre durchbricht, in der eine Band nur noch rocken und schreien will, ohne dabei nach links, rechts oder gar auf die Möglichkeiten einer differenzierten Tempoführung zu schauen. So schleichen sich nach einem gelungenen Anfang ab dem vierten Stück fast zwangsläufig Eintönigkeiten ein.

Auch deshalb wurde möglicherweise das Instrumentarium des Rock’n’Roll auf „Sad Robot“ beiseite gelegt, um Platz für allerlei Bastelkram zu schaffen. Französisch hier, Orchester da. Trotzdem klingt die Scheibe nicht bombastisch, sondern eher nach ruhiger, melancholischer, intimer Lo-Fi-Spielerei. Blöd, dass der passende Film nicht mitgeliefert wurde, was den Konsum doch erheblich erschwert.

Insgesamt also eine ziemlich interessante, aber auch durchwachsene Angelegenheit, die irgendwie unsicher zwischen Trotz und Träumerei schwankt. Nicht nur musikalisch, sonder auch textlich finden sich zwar gelungene Stücke, doch eine CD mit den besten Momenten der ambitionierten Werke wäre vielleicht die bessere Variante gewesen.

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10.10.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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