Deus.exe - Transhuman

Review

Der Bandname wird ein paar Leser/Hörer vielleicht an das geniale PC-Spiel “Deus Ex“ aus dem Jahr 2000 erinnern – auch die Optik dieses Albums ist sichtlich an den Nachfolger “Invisible Wars“ angelehnt. Bei DEUS.EXE handelt es sich um eine junge Formation aus Köln, die sich – getreu dem Namen – dem Industrial Metal verschrieben hat.

Ein sehr großer Einfluss war dabei deutlich FEAR FACTORY. Der letzte Track von “Transhuman“, “Ctrl_Alt_Del_Kill“ könnte genausogut auf “Obsolete“ enthalten sein. Dennoch wirkt “Transhuman“ frischer, moderner, knackiger und nicht zuletzt viel ausgereifter als die neueren Werke der Angstfabrik. Es spielt sich nicht so viel auf der rhythmischen Ebene ab, das Hauptaugenmerk liegt auf den treibenderen, atmosphärischen Passagen. Das Grundgerüst bildet trotz allem der Death Metal – auch hin und wieder mit Ausflügen in den, man verzeihe mir den Begriff, Metalcore. Was auffällt: die Produktion ist sehr gut auf die Musik abgestimmt. Düster, manchmal leicht dreckig und trotzdem wird die Thematik der Songs bestens in Szene gesetzt. Man braucht eben kein Riesenbudget, um anständig zu klingen.

Die Überzeugungskraft dieses Albums liegt hauptsächlich in seiner Gesamtwirkung. Alle Songs passen zueinander, ein Zweiteiler, namentlich “H+“ ist ebenfalls vorhanden. Aber auch die Einzelsongs sind erste Sahne. Der Opener “Disconnected“ verweist weite Teile der FEAR FACTORY- Diskographie auf die Plätze und wartet mit genau der richtigen Mischung aus Prügelei und Melodie auf. Eigentlich tun das alle Songs, wobei auch mal das Gas herausgenommen wird und wunderbare Midtempo-Sci-Fi-“Balladen“ gespielt werden. Der schöne Cleangesang trifft jeden Ton, passt immer wie Arsch auf Eimer und wird perfekt von atmosphärischen Samples und synthetischen Klangteppichen in Szene gesetzt.

Einziges kleines Manko dieser Scheibe ist, dass die Songs über weite Strecken relativ ähnlich aufgebaut sind und sich teilweise die Melodien auch recht nahe kommen. Auf der einen Seite kann das auf Dauer langweilig wirken, aber andererseits wird das Album dadurch sehr homogen und kompakt – die Band hat eben ihren eigenen Sound gefunden und durch die Qualität der Songs definitiv eine Daseinsberechtigung, wenn nicht sogar eine wiederbelebende Funktion im stagnierenden Sektor Industrial Metal.

Auch wenn es sich „nur“ um eine Eigenproduktion handelt, muss man die große Klasse dieser Band anerkennen, daher auch die für eine Undergroundband fast untypische Wertung. Zu kaufen gibt’s die Scheibe übrigens auf der bandeigenen Homepage.

11.08.2008

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