Die Kartographin - Draw&Write

Review

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„Neue Reiche sollen entdeckt und dem Königreich Nalos angeschlossen werden. Im Auftrag ihrer Majestetät Königin Gimnax soll das Land kartiert werden. In Dekreten gibt die Königin vor, welche Ländereien sie besonders schätzt. Diese zu finden, wird den Ruhm der Kartographin beträchtlich steigern.“

Willkommen in Nalos

DIE KARTOGRAPHIN ist ein taktisches Landschaftserkundungsspiel für 1-100 (!) Spieler und ist der zweite eigenständige Teil des Draw&Write Spiels aus dem Hause Thunderworks (auf deutsch Pegasus Spiele). Der erste Teil, DER KARTOGRAPH, schaffte es bereits auf die Nominierungsliste zum Kennerspiel des Jahres 2020. Auch bei DIE KARTOGRAPHIN erhält jeder Spieler eine eigene Landkarte, die es mit Stift und Köpfchen zu füllen gilt. Über den Zeitraum von vier Jahreszeiten werden Landschaftskarten aufgedeckt, auf denen unterschiedliche Geländearten in unterschiedlichen Formen vorgegeben sind. Jeder Spieler zeichnet diese nun auf seiner Karte ein. Ziel ist es, hiermit möglichst viele Punkte, gemäß variabler Wertungskarten, zu erzielen. So weit, so Tetris. Spannend wird es jedoch, wenn eine Monsterkarte aufgedeckt wird – dann wandert die Landkarte zu Nebenmann- oder Frau und wird entsprechend möglichst hinderlich mit einem Monster bestückt. Diese geben nämlich am Ende jeder Jahreszeit Minuspunkte.

In Abweichung zum Vorgängerspiel, sind Monster bei DIE KARTOGRAPHIN nicht bloß vergeudeter Platz auf der eigenen Karte, sondern haben jetzt auch Sonderfähigkeiten, um beispielsweise bereits erkundetes Land zu zerstören. Damit das nicht ungestraft bleibt, befinden sich auch Helden im Spiel, die ebenso wie Monster zufällig auftauchen und den fiesen Schergen der Mitspielenden den Garaus machen sollen.

Nach dem Winter werden alle Zwischenwertungen verrechnet. Der Spieler mit den meisten Punkten hat sich die Gunst der Königin erarbeitet und das Spiel gewonnen.

Unendliche Möglichkeiten

DIE KARTOGRAPHIN lebt, genau wie ihr Vorgänger, von großer Varianz. Die 16 Wertungskarten werden sich nur in seltenen Fällen nochmals in identischer Reihenfolge auf dem Spielfeld einfinden, bevor man den 100 Seiten dicken Landkarten-Block durchgespielt hat. Die Karten sind grafisch sehr schön gestaltet und lassen durch die stimmigen Illustrationen auf den Landschaftskarten die Freizeitkartographinnen in die Ländereien von Nalos eintauchen. Die Landschaftstypen Wasser, Acker, Wald, Dorf, sowie Monster und Helden, unterscheiden sich alle mit ihren Symbolen so grundlegend voneinander, dass auch schlechte Zeichner keine Angst vor den künstlerischen Anforderungen des Spiels haben müssen.
Wer die grundlegend einfachen und gut strukturierten Regeln längst verstanden hat, wird dennoch immer wieder ins Grübeln kommen und auf der Suche nach den meisten Punkten einen ordentlichen Knoten im Hirn haben.

Dies ist Fluch und Segen zugleich, denn DIE KARTOGRAPHIN ist nicht nur eine angenehme Herausforderung, sondern auch schrecklich unkommunikativ. Die einzige Interaktion mit den Mitspielenden steht an, wenn die Karte an den Nachbarn gereicht werden muss, um ein Monster einzeichnen zu lassen. Den Rest der Spielzeit verbringen Alle vertieft in die eigene Karte – erfreulicherweise nahezu ohne Downtime.
KARTOGRAPH und KARTOGRAPHIN lassen sich beliebig miteinander kombinieren und verdoppeln damit die möglichen Wertungsoptionen. Jedes Spiel kommt zudem mit einer Mini-Erweiterung „Fähigkeiten“ daher und ermöglicht den Spielerinnen, mächtige Sonderfähigkeiten für Gold/Punkte zu kaufen. Gemeinsam mit DIE KARTOGRAPHIN wurde auch noch die Erweiterung „Unbekannte Lande“ veröffentlicht, die die Spieler auf drei neuen Blöcken zu Vulkanen, auf die Inseln oder direkt unter die Erde führen. Hinzu kommen auch hier weitere, speziell nur mit diesen Blöcken verwendbare, Wertungskarten.

Auch wenn DIE KARTOGRAPHIN nur eine kleine Box mit einem Block und ein paar Karten ist, so steckt doch unglaublich viel Spiel dahinter. Wer dem Roll&Write-Trend der vergangen Jahre folgen – oder auch nur eine kleine Chance geben – möchte, der kommt auf keinen Fall um DIE KARTOGRAPHIN herum!

Spieleranzahl: 1-100 Ortskundige
Spielzeit: 30 – 45 Minuten
Verlag: Pegasus Spiele
Sprachen: deutsch
Festivaltauglichkeit: das Spiel wird bequem in jeden Rucksack passen und kann problemlos auch bei schlechtem Wetter zu sechst im 2-Mann-Igluzelt gespielt werden.
Musikempfehlungen:
BATHORY – „Nordland I“
IVAR BJORNSON & EINAR SELVIK – „Hugsjá“
TENHI – „Saivo“
AURI -„II-Those We Don´t Speak Of“

Würfeln und blättern, statt lauschen und headbangen – In der Rubrik „Dice ‚em All“ stellen wir euch ausnahmsweise keine Musik vor, sondern Rollen- und Brettspiele.

20.09.2021

"HINTER DIR! EIN DREIKÖPFIGER AFFE!" - Guybrush Threepwood

Der metal.de Serviervorschlag

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