Disturbed - Evolution

Review

DISTURBED sind bereit für die Weiterentwicklung. Nachdem „Evolution“ langfristig angekündigt wurde und die Vorfreude der Fans bis aufs Äußerte gesteigert werden konnte, liegt nun der Nachfolger von „Immortalized“ vor. Die Vorab-Single durfte bei YouTube bereits die meisten potenziellen CD-Käufer überzeugt haben.

Seid ihr bereit für DISTURBED?

Sollte es jemals Zweifel gegeben haben, dass sich das Warten auf die neue DISTURBED-CD wirklich lohnt, diese werden direkt zu Beginn mit „Are You Ready“ zerstört. Ein brachiales Riff, dass sich direkt in den Gehörgängen festsetzt. Dazu gesellt sich der unvergleichliche Gesangsstil von David Draiman. Ein grandioser Einstieg, dessen roter Faden im Anschluss von „No More“ aufgenommen und weiter gesponnen wird. Zwar wirkt dieser Beitrag etwas langsamer, muss sich aber, dank seiner Härte nicht verstecken, und dürfte bereits jetzt als Kandidat für die Live-Setlist feststehen.

Die gefühlvolle Ballade „A Reason To Fight“ bringt den Zuhörer in andere Sphären und verleiht dem Album den nötigen Tiefgang. Auch hier zeigt sich einmal mehr die musikalische Klasse dieser Band. Der Songverlauf wirkt leicht, fast schwerelos und erschafft ein zeitloses Stück Musikgeschichte. Mit einer gehörigen Portion Weltuntergangsstimmung kommt „In Another Time“ daher. Ein Gitarrengewitter eröffnet diesen Track und erzeugt eine opulente Klangwelt, die sich durch Breaks, elektronische Einflüsse und verzerrte Vocals dem Zuhörer dargestellt wird. Der Mutmach-Song „Stronger On Your Own“ punktet zwar durch seine positive Aussage, kann allerdings im Vergleich zu den anderen Beiträgen keinen Stich landen. Zwar verfügt der Track über einen mitsingbaren Refrain, mehr ist allerdings nicht zu holen.

Mit der Lebensbeichte, die sich mit etwas Wehmut vermischt, ist „Hold On To Memories“ ausgestattet. Ein ruhiger und dennoch kraftvoller Song, der sicher zu einem Fan-Liebling avancieren dürfte. „Watch You Burn“ vereint neue und alte Fans. Mit diesem Beitrag untermauern DISTURBED ihre Ausnahmestellung in der Heavy-Metal-Welt. Mit einem überraschenden Violinen-Zwischenspiel und der bekannten Power ist der Band ein Meisterwerk gelungen. Auf leisen Sohlen verabschiedet sich die Band von ihren Fans. „Already Gone“ vereint zum Ende die Trademarks von DISTURBED und ermöglicht der Stimme von David einen Gala-Auftritt. Gänsehaut pur und ein würdiger Abschluss dieser CD.

Weiterentwicklung oder doch Rückschritt? – „Evolution“

Ein Rückschritt ist „Evolution“ auf keinen Fall. DISTURBED bleiben ihrem Stil treu und das ist auch gut so. Hier und da streut die Band einige neue Inspirationen ein, ohne dabei ihre Wurzeln zu verleugnen. Durch diese Experimentierfreude gestaltet sich „Evolution“ zu dem erwarteten Highlight in diesem Jahr. Die Tracks sind deutlich kräftiger als auf dem Vorgängeralbum.

Als Leckerbissen finden sich noch vier Bonustracks, darunter eine neue Live-Version von „Sound of Silence“, auf der CD.

Review von Fabian Bernhardt

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17.10.2018

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10 Kommentare zu Disturbed - Evolution

  1. dachstheangry sagt:

    9 von 10 Punkten? Wahnsinn. Die restlichen Lieder, die noch nicht veröffentlich wurden, müssen echte Granaten sein. Are You Ready ist das wahrscheinlich langweiligste Lied des Jahres und die anderen zwei Veröffentlichungen sind auch nicht viel besser. Ich warte noch, bis ich das ganze Album angehört habe. Aber momentan wurde ich nicht mehr als 4 oder 5 von 10 Punkten geben.

  2. nili68 sagt:

    Ganz furchtbare Band, die mich richtig aufregt. Wenn ich den Sänger schon sehe. Ist fast ein innerer Zwang das zu schreiben, obwohl niemandem damit gedient ist. Die haben mir nichts getan oder so, aber das ist Hass auf den ersten Blick oder so. Karmamäßige Inkompatibilität.

    1. nili68 sagt:

      Jemand hat mal gesagt, die Nickelback des Metal. Da könnte man drauf aufbauen, um eine Erklärung zu haben und nicht wie ein totaler Psycho rüberzukommen.. 😀

  3. doktor von pain sagt:

    Disturbed sind so eine Band, von denen ich hin und wieder mal ein einzelnes Lied ganz gut hören kann. Sind es aber mehrere Songs am Stück, dann finde ich die Musik ganz schnell sehr, sehr monoton und langweilig. Von daher gefällt mir gar kein Album von denen, obwohl ich von „damals“ noch zwei oder drei (also die frühen Sachen) besitze.

    1. dachstheangry sagt:

      Jedes Album hat 2, 3 gute Lieder, aber im Schnitt gehören Disturbed zu den langweiligsten Metalbands überhaupt. Für Fanboys/girls, zu denen anscheinend auch der Reviewer gehört, wird Evolution aber das nächste Meisterwerk werden.

  4. BlindeGardine sagt:

    Die ersten beiden Alben fand ich damals noch ganz gut, die hatten ziwschen den ganzen Nu Metal Bands wenigstens sowas wie einen eigenen Sound und Dave Draiman hat ja nun schon eine markante Stimme mit einem gewissen Wiedererkennungswert. Leider hat sich aber auch schon beim zweiten Album abgezeichnet, was danach dann Gewissheit wurde. Disturbed klingen quasi auf jedem Album gleich, es gibt kaum Variation und keine nennenswerten Experimente. Die Songs sind zwischen den Alben quasi beliebig austauschbar, je mehr man also von Disturbed hört, desto langweiliger werden sie. Auch der hier verlinkte Song klingt so, als könnte er auch auf jedem anderen Disturbed Album stehen.

  5. TheBookOfSouls sagt:

    Ich habe Disturbed immer geschätzt, auch wenn ich eher Musik im extremeren Bereich höre. Irgendwie metal-massentauglich, zugänglich und melodiös, aber dennoch knackig und einzigartig im Sound. Auch hohe Positionen im Line up Billing diverser großer Metal Festivals waren gerechtfertigt. Gegen Balladen ist auch nichts einzuwenden, wenn das Maß im Gesamten stimmt, aber musste man es dermaßen übertreiben (4 Stück)? Dazu kommt, dass nicht Eine davon richtig packt. Die Songs, die härter klingen sollen, sind zu klinisch/steril und bleiben einfach nicht im Ohr hängen. Da sah es bei Immortalized noch anders aus. Schade, Potenzial hat die Band, aber das war nichts. Maximal mittelmaß.

    5/10
    1. Kropfverfechter sagt:

      Kann ich genau so nachvollziehen. Als 87er Jahrgang waren für mich Disturbed in meiner Jugend eine Band über die ich hoffte nie etwas Schlechtes sagen zu müssen und dann war auch Ten Thousand Fists schon die erste Enttäuschung.
      Die Band wiederholt sich immer wieder und durch noch mehr Elektroeinlagen und die Balladen wird es nur noch öder.

      Sehr schade, wirklich. Schnell noch einmal „Meaning of life“ reinziehen – damals meine persönliche Offenbarung im New Metal.

      4/10
  6. ClutchNixon sagt:

    Ich habe das erste Album regelrecht gehasst. Umso verwunderlicher, dass mich „Believe“ dann so dermaßen abholte. Und es bleibt bis heute das einzige Disturbed Album, welches im Ganzen restlos überzeugt. Danach immer mal wieder ein guter Song wie „STRICKEN“ (CRINGE)! Danach, wie hier schon sehr richtig bemerkt wurde, die totale Wüste. Wenn ich noch einmal Sound of Seilöööööööönz hören muss, hau ich mir selbst eine rein. Derbe schrecklich.

    6/10
  7. dachstheangry sagt:

    Disturbed hatten das Ziel, dass jedes einzelne Lied auf dem Album ein Hit wird. Und das hört man. Jeder Refrain ist auf „mitsingbar“ getrimmt worden. Alles verläuft nach Schema F. Es wirkt alles viel zu gekünstelt, glattpoliert und seelenlos. Tiefer gestimmte Gitarren machen noch lange keinen harten Song. Ganz ehrlich, das Album könnte ohne Probleme meine Großmutter hören, die mit Rock, geschweige denn Metal, überhaupt nichts anfangen kann.
    Eigentlich würde ich weniger Punkte vergeben, aber da ich schon lange kein Disturbed-Fan mehr bin und ich mir nichts anderes erwartet habe, wäre es vielleicht nicht sehr fair von mir. Den Diehard-Fans und den Halbstarken im Fitnesstudio wirds gefallen. Rock/Metalbars können jetzt auch aufatmen, jetzt haben sie wieder ein paar Lieder mehr, die sie zwischen Chop Suey und Killing in the Name abspielen können.

    5/10