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Dying Gorgeous Lies - Hentai No Bakayarou

Review

Ein unheilschwangeres, ultra-derbes Material verheißendes Intro läutet diesen 3-Tracker ein, doch schon die ersten Gitarrenmelodien lassen erkennen, dass dieses Quintett keineswegs mit der die Brechstange agiert. Zwar kommt das noch unbekannte, weil erst seit zwei Jahren existierende Quintett mit Frontdame „Liz Gorgeous“ zum Teil sehr wohl mit recht heftigem Material daher, doch zum einen belässt es Liz bei melodischem Gesang und zum anderen verstehen es die beiden Gitarristen „Mashl J.“ und „E. Burned“ auch mit angezogener Handbremse loszulegen.

Interessant an dieser EP ist neben der etwas eigenwilligen Tatsache, dass diese an sich nur den Titelsong, dafür aber zwei Bonus-Tracks enthält, vor allem die überaus abwechslungsreiche Darbietung des Quintetts aus der Bierstadt Kulmbach. Während im eröffnenden Titeltrack (der offenbar der japanischen Sprache entliehen ist und – sofern mich das Internetz nicht verarscht – etwas gar nicht Nettes bedeutet) ordentlich gebrettert wird und die beiden Gitarristen ihre Vorliebe für heftigere Bands aus dem Thrash Metal zu erkennen geben, offeriert man uns unmittelbar danach mit „Madrugada“ (bedeutet auf Portugiesisch „Dämmerung“) eine astreine Halbballade.

In dieser ist zu erkennen, dass Frontdame Liz über eine wirklich feine Stimme verfügt, auch wenn ich persönlich ihre deutlich ruppigere Gangart bevorzuge, in der sie sporadisch an eine „gezähmte“ Version von CRIPPER-Britta erinnert. Grundsätzlich klingt Liz aber sehr eigenständig und deshalb ist der Band auch diese „untertourige“ Nummer im Endeffekt durchaus gelungen, auch wenn für Radiotauglichkeit noch das gewisse „Etwas“, sprich die zwingende Melodie, fehlt.

Mein persönlicher Favorit ist allerdings das Finale in Form des Mid-Tempo-Bolzers „Crime Scene Soul“. Hier zeigt die Band, dass sie es bereits gut versteht, nachvollziehbare Strukturen zu kreieren, die sowohl amtlichen Druck aufzubauen, durch eingängige Passagen aber auch für einen langfristigen „Eintrag“ im Gedächtnis sorgen. Ein wirklich gelungener Track, in dem Liz erneut mit deftigerem Vortrag zu überzeugen weiß.

Wahrlich kein schlechter Szene-Einstand, auf Grund der Vielseitigkeit bin ich gespannt was DYING GORGEOUS LIES so alles auf einem Longplayer unterbringen würden.

08.06.2011

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