Fleischwolf - Gut geklaut

Review

Ok, die Band hat mich erwischt: Albumcover in Verbindung mit dem Titel „Gut geklaut“ ließ mich an ein Coveralbum denken, ehe ich auf die Songliste geschaut habe. Es gibt von den selbsternannten MettCorelern Spritziges, Witziges und Kritisches in der Schnittmenge aus Old School Punk, Hardcore und manchen metallischen Legierungen. Und das durchaus mit Vorbildern in der realen Welt, auch wenn es eben keine Cover sind. Aber Anlehnungen, im weiten Sinne.

„Gut geklaut“ klaut nicht, sondern borgt eher

„Motörhead 4 Life“ etwa ist quasi die deutsche Version von „Ace Of Spades“. Schon auf dem Coverartwork stellt sich dar, wie weit der Streifzug durch verschiedenste Bands und Genres geht, die wahrscheinlich als Vorbilder der Mettmänner gelten. „Malte The Pirate“ und „Sturmflut“ als Eröffnung haben ein wenig was von der Schunkellaune von ALESTORM und Konsorten, sind musikalisch aber definitiv eher dem frühen Punk verschrieben, aber auch Hardcoretugend kommt musikalisch wie textlich in Songs wie „Echter Scheißtag“ oder „Fuck The System“ nicht zu kurz. „Alles oder Nichts“ ist eine lässige Freundschaftshymne, während „Ja Paul“ Tribut an das Neue-Deutsche-Welle-Aushängeschild TRIO ist. Die Abwechslung ist groß, der Spaß sitzt in den Backen, die Attitüde und der Sound passt auch.

„Hass ist deine Währung“ rechnet mit der Bild-Zeitung ab und ist im Gegensatz zu DIE ÄRZTE rein musikalisch wesentlich näher am Punk der alten Tage als die heutzutage. „Metal“ beginnt mit epischer Note und baut auch komödiantische „Ohhh Ohhh Ohhh“-Chöre ein, bevor bei frühem Thrash gewildert wird und im Gesang ein bisschen Paul Baloff durchschimmert, während beim Finale des Songs eher dem klassischen Heavy Metal Tribut gezollt wird.

Genres und Bands durch den FLEISCHWOLF gedreht

FLEISCHWOLF ist mit „Gut geklaut“ somit eine Würdigung ihrer eigenen Einflüsse geglückt, die weder prätentiös noch aufgedrängt oder vorhersehbar wirkt. Da wird in einem Stück wie „Revolution“, das sonst den Charme früher SLIME inne hat, einfach mal ein Break eingebaut, das frappierend an ein ähnliches aus IRON MAIDENs „Running Free“ erinnert, und es passt wie Arsch auf Eimer! Auch „Lied Mit Trompeten“ mit Unterstützung von den LOS PLACEBOS zeigt die Schnittmenge zwischen Ska und Hardcore-Punk auf, die szeneintern durchaus gegeben ist und auch auf „Gut geklaut“ super hinein passt. Große Ausreißer nach oben oder unten gibt es auf „Gut geklaut“ nicht, aber Spaß macht die Platte als Tribut an die eigenen Helden durchaus.

Und für die richtige musikalische Früherziehung scheint im Hause FLEISCHWOLF auch gesorgt zu sein, wenn dem Cover Glauben geschenkt werden darf. Natürlich kochen auch FLEISCHWOLF nur mit Wasser. Ein musikalisches Grand Menu kann und sollte hier nicht ernsthaft erwartet werden. Und so sind FLEISCHWOLF auf Langspieler Nummer Drei trotz vielleicht objektiven Mängeln hier und da (Ein „Lied Mit Trompeten“ hätte durchaus gern noch etwas mehr Ska-Schlagseite verpasst bekommen können und auch „Alles Oder Nichts“ oder „Hass ist Deine Währung“ sind musikalisch nun nicht außerordentlich komplex oder wertvoll) doch recht kurzweilig und unterhaltsam herausgekommen. Denn besser „Gut geklaut“ als selber schlecht gemacht, nech?

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28.06.2021

"You can't spell Funeral without Fun!"

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1 Kommentar zu Fleischwolf - Gut geklaut

  1. dan360 sagt:

    Das Cover ist episch – 10points dafür! x))