Funker Vogt - Maschine Zeit

Review

Endlich ist es soweit! Mit , dem mittlerweile vierten Studioalbum legt uns die Hamelner Electroformation Funker Vogt den langersehnten Nachfolger zur ’98er Scheibe vor. Eines dürfte bereits im Vorfeld klar sein: Auch an diesem Album werden sich wieder einmal die Meinungen teilen. Exorbitante Euphorie dürfte sich bei Anhängern des Duos breit machen, wohingegen Kritiker die -zugegeben vorhandene- Stagnation bemängeln werden. Ich höre auch schon wieder unseren Chef-Redakteur Asmondeus mit Worten wie „stumpf und anspruchslos“ auf die Jungs einprügeln aber hey, Funker Vogt verstehen sich nun mal nicht als diejenigen, die die Höhe der Messlatte für die anspruchvollsten Elektro-Arrangements festlegen. Die 11 Songs gehen mit Ausnahme der Ballade „Nuclear Winter“ direkt ins Ohr und machen es einem in der Tat schwer, alle Gliedmaßen ruhig zu halten. Das liegt vor allem am oft monotonen, stampfenden aber nicht minder effektiv eingesetzten Beat, der die überaus melodischen Songs nach vorne treibt. Der Gesang ist weiterhin verzerrt, meiner Meinung nach jedoch nicht mehr ganz so stark wie auf den früheren Veröffentlichungen des Duos Gerrit Thomas und Jens Kästel. Als Leitthema der 11 Songs kristallisiert sich einmal mehr das seit Anbeginn festgelegte Konzept Krieg und Militär heraus, was jedoch sehr kritisch beäugt und keinesfalls verherrlicht wird. Meinen Geschmack haben Funker Vogt mit diesem 60minütigen Album auf jeden Fall getroffen und wer nicht ausschließlich auf höchst komplexe Songstrukturen, sondern direkt ins Ohr gehende, melodische EBM-Kracher steht, der sollte sich das Teil schnellstmöglich zulegen, um noch an das Digi-Pack inkl. Bonussong und CD-Rom Datentrack ranzukommen. Daumen hoch für Funker Vogt!

20.07.2000
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