Haemorrhage - Loathesongs (Re-Issue)

Review

Vor 12 Jahren ursprünglich bei den heute nicht mehr existenten deutschen Morbid Records veröffentlicht, bekommt man „Loathesongs“, die Cover-EP der spanischen Goregrinder HAEMORRHAGE, im Original heute nur noch schwer in die Hand. Die Polen von EveryDayHate Records haben das Material jetzt remastered, mit neuem, wenig berauschendem, aber zur Bildsprache der Truppe passendem Artwork und fünf Extra-Dreingaben ausgestattet, die die Spielzeit auf über eine halbe Stunde und „Loathesongs“ damit auf Albumlänge anwachsen lassen.

HAEMORRHAGE hackten sich anno 2000 furios durch zehn Stücke ihrer Lieblinge: Angefangen bei Material von DEFECATION, CARCASS, ENTOMBED und REGURGITATE über solches von CRYPTIC SLAUGHTER und SUICIDAL TENDENCIES bis hin zu IMPALED NAZARENE- und UFO-Stoff sind der typische galoppierende Beat, dicke, blutverschmierte Riff-Wände und abartig-besessenes Gurgelgekreisch jederzeit präsent. Auch wenn Klassiker wie „Satanic Masowhore“ oder „Premature Autopsy“ im Original eigentlich schon unverbesserlich gut sind, punkten die trotz übergeworfenem Grind-Fummel meist ihre alte Identität bewahrenden Interpretationen der fünf Madrilenen durch ungezügelte Leidenschaft, die dafür sorgt, dass „Loathesongs“ schlicht und einfach mächtig Arsch tritt und gehörig Spaß macht. Der remasterte Sound lässt alles klarer und druckvoller erscheinen – ob man dies der ursprünglichen, eigentlich passend dreckigen Gestalt vorzieht, bleibt wie immer Geschmackssache. 

Die fünf bereits angesprochenen Bonus-Liedchen sorgen dann tatsächlich auch für Mehrwert; sie setzen sich aus drei neuen, ebenfalls wieder schmissig-brutalen Nachspielversion (DOOMs „Police Bastards“, GRINDERs „Unlock The Morgue“ und IMPETIGOs „Staph Terrorist“) sowie zwei nicht minder energisch dargebotenen Eigenkompositionen – die dritte namens „Oozing Molten Gristle“ war schon auf der 2000er-Erstveröffentlichung enthalten – zusammen.

Sicher, in eine Cover-Scheibe muss man wenig eigene Ideen stecken, aber HAEMORRHAGE geben beziehungsweise gaben dafür hörbar viel Herzblut in „Loathesongs“, das durch die lohnenswerte Aufstockung eine gute halbe Stunde unbeschwert-derbe Grind-Freunden mit vielen alten Bekannten beschert.

17.05.2012

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