Heavenwood - The Tarot Of The Bohemians – Part I

Review

Die portugiesischen Gothic Metaller HEAVENWOOD haben sich nach ihrem letzten Album „Abyss Masterpiece“ ganze fünf Jahre Zeit gelassen, um „The Tarot Of The Bohemians – Part I“ einzuspielen und letztlich zu veröffentlichen. Sicherlich war der Titel des 2011er-Werks Ansporn und Bürde zugleich, dem Ganzen noch einen draufzusetzen, und so klingt „The Tarot Of The Bohemians – Part I“ denn auch – nämlich höchst ambitioniert.

Zunächst einmal fällt die üppig bemessene Spielzeit von knapp siebzig Minuten auf, die mit dem dezenten Hinweis im Titel, dass nach Teil eins mindestens noch ein zweiter Teil folgen wird, nur einen Schluss zulässt: HEAVENWOOD haben viel zu erzählen.

HEAVENWOOD haben viel zu erzählen

Und an dem Dutzend neuer Songs haben HEAVENWOOD hörbar gefeilt: Jedes der Stücke hat einen netten Refrain oder eine eingängige Hook, und Filler sucht man auf „The Tarot Of The Bohemians – Part I“ eigentlich vergeblich. Warum unter dieser Rezension dann doch „nur“ sieben Punkte stehen, die auf ein gutes Album hindeuten, aber nicht für Ekstase? Die Band hat es bei der Produktion ein wenig zu gut gemeint: Da fällt das viel zu sehr in den Vordergrund gemischte Schlagzeug auf, das zwar dem Können von Drummer Daniel Cardoso (ANATHEMA) geschuldet sein mag, dem Sound aber einen viel zu maschinellen Touch verleiht. Nicht besser wird es durch die vielschichtigen Keyboardarrangements, die übergestülpt wirken und häufig den eigentlichen Song komplizierter machen als nötig. Was wünscht man sich eine herkömmliche und warme Produktion aus den Neunzigern zurück… die es hier leider nicht gibt.

Weniger wäre mehr gewesen!

Und so dauert es bis Track 6, dem gemäßigt rockenden „The Lovers“, bis einmal ein Killerrefrain im Vordergrund steht und als Türöffner zum Album fungiert. Der Abschluss ist mit „The Hanged Man“ ähnlich ergreifend, gibt es hier doch emotionalen weiblichen Gesang und wesentlich organischere Keyboardsounds. Die anderen Songs haben – wie gesagt – ebenfalls alle ihre Proargumente, nur wirkt hier vieles eher wie Stückwerk. Die Songs können sich nicht so langanhaltend im Gedächtnis festsetzen wie die zwei genannten Stücke.

Eigentlich schade, denn man kann HEAVENWOOD das Bemühen nicht absprechen, etwas Großes zu erschaffen. Nur hätten sie eher eine klare Linie fahren sollen: Die Stärken der Stücke gehen im Beiwerk des Schlagzeugs und den zu vielschichtigen Keyboards einfach unter. Mal sehen, was die Portugiesen für den zweiten Teil ihres Bohème-Tarots in petto haben.

29.08.2016

- Dreaming in Red -

Der metal.de Serviervorschlag

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