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Soundcheck Juli 2026# 3
Zehn Jahre haben IF THESE TREES COULD TALK kein Album mehr veröffentlicht. 2024 gab es zwar die Single „Trail Of Whispering Giants“, doch das nun vorliegende „The Hidden Hand“ muss als Nachfolger des 2016er „The Bones Of A Dying World“ gelten. Das instrumentale Post-Rock-Gespann liefert aufs Neue ein durchdachtes und gut funktionierendes Hörerlebnis, das aber (fast) keine Überraschungen birgt. Ähnliches schrieb die rezensierende Kollegin über den Vorgänger.
Der ausführliche Begleittext zur aktuellen Platte verrät, was für ein enges und scheinbar nicht ganz freiwilliges kompositorisches Korsett IF THESE TREES COULD TALK ihren Stücken auferlegen. „Je älter wir alle werden und je mehr sich unser Musikgeschmack weiterentwickelt, desto schwieriger wird es, den Sound der Band in einer bestimmten Richtung zu halten und uns nicht zu weit von dem zu entfernen, womit wir ursprünglich angefangen haben,“ heißt es.
IF THESE TREES COULD TALK haben ihren Stil perfektioniert
Mit einem Post-Rock-Intro aus dem Lehrbuch startet „The Hidden Hand“ gebührend und erwartungsgemäß. Das minimalistische und sehr atmosphärische Spannungsbogen geht im Opener „Moon Machine“ weiter. Mit kleinen Gitarrenspielereien und arhythmischen Drum-Momenten gibt es trotz der insgesamt zurückhaltenden Komposition viel zu entdecken. Bereits hier offenbart sich der eingangs als ‚Korsett‘ bezeichnete, modular wirkende Aufbau der Stücke. Auch der Rest des Albums folgt einem Baukastenprinzip. Die Songs erzielen ihre Wirkung jedoch auch, wenn man sich dessen bewusst ist. Besonders der differenzierte Einsatz der drei Gitarren überzeugt. Eine ausgewogene Produktion, die die einzelnen Spuren glasklar herausarbeitet, ist dabei Pflicht.
„The Hidden Hand“ ist ein Paradebeispiel
So schaffen IF THESE TREES COULD TALK gleich mehrere Highlights. Dazu gehören das erwähnte „Moon Machine“, „Sea Of Glass“ und „Silence Between Mountains“. Letzterer Track kommt zweigeteilt mit eigenem Intro daher. Wieso diese Aufteilung nötig war, erschließt sich nicht. Der Rest des Albums bewegt sich ebenfalls auf hohem Niveau. Ausgerechnet „Flim“, der einzige Track, der musikalisch heraussticht, lässt zu wünschen übrig.
„The Hidden Hand“ erweist sich als einwandfrei durchexerziertes Post-Rock-Album, lässt dabei aber Ecken, Kanten und Aha-Momente vermissen. Eine vollkommen ausreichende und gute Leistung, aber das oben erwähnte Zitat der Band wirft die Frage auf, was wir bekommen hätten, wenn sie nicht versucht hätten, unbedingt auf ihrer Linie zu bleiben. ‚Never change a running system‘ vermeidet natürlich Risiko, verschenkt aber auch Chancen.

If These Trees Could Talk - The Hidden Hand (Digipack)
Angela































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