Ìon - Mandre, Protégenos

Review

ÍON ist das neue Projekt des ex-ANATHEMA und ex-ANTIMATTER Musikers (und zeitweilig auch Mastermindes) Duncan Patterson. Eine spärliche Akustikgitarre eröffnet das Album. Schon die angedeutete Flöte macht klar, dass es sich hier im entferntesten Sinne um Weltmusik handelt. Während die Flöte deutlicher wird, erklingt ein Dialog aus Frauen- und Männerstimme, die den Albumnamen flehen. Unterstützt wird das Arrangement mit Perkussionselementen. Alles wirkt getragen und auf Monotonie getrimmt. Auch der zweite Song baut auf diese Stilmittel. Den Hörer erreichen zudem mönchsähnliche Vokalklänge. Ein kurzer, mit Streichern untermalter Höhepunkt und zurück fällt es in tiefe Ruhe. Viel passiert nicht in den Songs. Nochmal fix ein Spannungspunkt und schon findet man sich im dritten Song wieder. Die Stilmittel sind wieder exakt die gleichen, die von der Frauenstimme interpretierten Gesangslinien kommen schon jetzt altbekannt vor. Zu diesem Zeitpunkt kann ich der auf saftigen Rock’n Roll stehenden Hörerschaft vom Kauf dieser CD abraten. Man merkt kaum, dass der vierte Track des Albums schon begonnen hat. Da ich dieses Album beim Hören rezensiere, darf ich nicht der Versuchung verfallen, einzuschlafen. Fast jeder Song hat ein gefadetes Ende. Fast jeder Song beginnt mit Akustikgitarre und in jedem Song gibt es diese gelangweilten Perkussionselemente.

Nein, der fünfte Track, „Believe“ scheint endlich mit echten Drums in die Gänge zu kommen. Diese verlaufen sich nach wenigen Runden allerdings auch im Nichts, tauchen kurz zum Ende des Liedes noch einmal auf und werden dann gemeinsam mit dem Rest ausgefadet. „Ultreia“ ist ein kurzes Zwischenstück und leitet in eine traditionelle irische Vokalweise („Goodbye Johnny Dear“) ein. Den Text dazu verfasste Duncans Großvater Johnny P. (eine Folklegende Irlands). Ein schöner Song. Das nächste Stück beglückt den Hörer mit einer Harfe, mit Streichern und endlich wieder mit Takten, die auch etwas an das Tanzbein appellieren, sich zu bewegen. Leider geht dieser im Vergleich zum Rest des Albums flotte Song nach kurzer Zeit in den finalen Track über, der wie alle anderen spartanisch und ruhig instrumentalisiert ist und sich nicht von Track eins bis acht abhebt.

Nach knapp drei Minuten erlöst uns aber das Ende der CD von sehnsuchtsvollen Gedanken des Zubettgehens. Da die Songs alle sehr ähnlich klingen wäre es eigentlich nicht nötig gewesen auf sie im Einzelnen einzugehen.

„Mandre, Protégenos“ ist ein persönliches, nach innen gerichtetes Album geworden, geprägt von Melancholie, Naturmystik, Lethargie und…Langeweile. Schade, dass ein Künstler wie Duncan Patterson seine Musik, welche durchaus einen hohen Anspruch inne zu haben scheint, nicht interessanter gestaltet. Bei seinen vorherigen Bands ist es ihm besser gelungen, musikalische Tiefe zum Ausdruck zu bringen und mit dieser zu berühren.

21.12.2006

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