Kirlian Camera - Black Summer Choirs

Review

Nachdem das letzte Album der italienischen Kultformation KIRLIAN CAMERA – zumindest in meinen Ohren – eher eine Enttäuschung war, hielt sich auch die Vorfreude auf den Nachfolger von „Nightglory“ zunächst doch etwas in Grenzen. Die Frage, ob Elena Fossi und Angelo Bergamini es auf „Black Summer Choirs“ schaffen würden, ihrem Schaffen wieder etwas mehr Leben einzuhauchen, überlagerte somit die Vorfreude auf neues Material der Italiener.

Der Opener „Silencing The World“ eröffnet das Album dem Songnamen entsprechend dann prompt sehr „ruhig“, düster und mit dezenter Instrumentierung – nicht gerade ein Türöffner par excellence, aber soweit ganz in Ordnung und verbunden mit der Hoffnung, dass das Tempo im weiteren Verlauf auch noch anziehen wird.

Ähnlich düster, dafür aber temporeicher startet glücklicherweise das folgende „Black August“, um im weiteren Verlauf einen druckvollen Refrain und eine komplexe Struktur aufzubauen. Auch „Heavens“ geht in diese Richtung und man ist KIRLIAN CAMERA fast schon dankbar, dass offenbar wieder mehr Energie Einzug in ihren Sound gehalten hat.

All zu lange hält dieser Energieschub dann aber leider nicht an, denn das sehr melancholische und mit Streichern arrangierte, aber auch etwas vor sich hinplätschernde „The Fountain Of Clouds“ nimmt das Tempo wieder umgehend raus und auch die ersten beiden Teile der kurzen und komplett entbehrlichen Zwischenstücke „Final Interviews“ stehen dieser Aufbruchstimmung gegenüber. Insgesamt präsentiert sich der Mittelteil des Albums als eher schwach, da „Materia Obscura“ zwar wieder druckvoller und komplexer ausgefallen ist, dafür aber in Ansätzen auch ziemlich anstrengend sein kann – zum ersten Mal könnten hier auch die Vocals von Elena Fossi etwas zu „nerven“ beginnen. Ein weiteres Zwischenstück beendet den schwachen Mittelteil von „Black Summer Choirs“ …

Das mit akustischer Gitarre arrangierte und leichtmütigere „Farewell Road“ bringt dann wieder mehr Harmonie ins Gesamtbild. Sehr gelungen ist in diesem Zusammenhang auch „Words“, das mit seinem mehrstimmig männlich-weiblichen Gesang endlich mal neue und erfrischende Elemente zu bieten hat und man diesen Song förmlich aufsaugt – warum nicht mehr davon?

„Words“ bietet mehr als die ermüdenden und vor sich hindümpelnden Balladen „My Kids Kill“ und „Barren Cornfields“ sowie das Rausschmeißer-Instrumental „Stranger In An Abandoned Station“ zusammen und zeigt, wieviel mehr man aus „Black Summer Choirs“ hätte machen können.

Unter dem Strich ist das leider alles immer noch recht schwach, was KIRLIAN CAMERA hier abliefern, auch wenn eine Verbesserung zu „Nightglory“ festzustellen ist. Mit „Black August“, „Heavens“ und „Words“ sind trotzdem einfach zu wenig richtig gute Songs in der Tracklist zu finden. Vor allem die Balladen wirken austauschbar und zusammen mit den Vocals von Elena Fossi wie schon x-Mal gehört, die Zwischenstücke sinnlos und erneut wünscht man sich einfach mehr Leidenschaft, Energie und Dynamik. Dass KIRLIAN CAMERA dazu in der Lage sind, haben sie in der Vergangenheit ja durchaus schon bewiesen…

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28.07.2013

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