Octavia Sperati - Grace Submerged

Review

Deutlich steigern konnte sich dieses norwegische Sextett, und schon das vor zwei Jahren erschienene Debüt „Winter Enclosure“ war ja nicht gerade von schlechten Eltern. Auf dem zweiten Album haben die fünf Damen und der schlagzeugspielende Herr ihren Stil nun verfeinert, und die Kompositionen haben einiges an Tiefe gewonnen – trotz der meist verhältnismäßig kurzen, fast schon popkompatiblen Spieldauer der Songs.

OCTAVIA SPERATI praktizieren einen sehr ansprechenden Mix aus Gothic- und klassischem Doom Metal, wobei auf Riffs, die die pentatonische Bluestonleiter auf und ab tanzen, verzichtet wird. Der Gothic Metal-Faktor ist nicht durch Kitsch oder ödes, zigmal gehörtes und plattes Gedudel zu definieren, sondern bezieht seinen Sound eher aus warmherzigen, glockenklaren Gesängen, die oftmals zweistimmig vorgetragen werden. Hier noch ein paar Keyboards, dort noch ein paar atmosphärische Klänge, aber definitiv kein verkaufszahlenorientiertes Wattebausch-Schminktopf-Haarfärbe-Düster-Gewäsch. Nein, OCTAVIA SPERATI sind durch die Band Metal, haben Ecken und Kanten, tönen manchmal so richtig schön traurig, dann wieder bedrohlich und mystisch durch die Fjorde. Kraftvolle und rohe Gitarren pumpen zusammen mit der Rhythmussektion die Magma aus dem Erdinneren, teils verschachtelte Passagen wissen den Hörer zu fordern, und treibende Parts lassen aus dem Wackeldackel, der normalerweise zu den langsamen Klängen wie hypnotisiert den Kopf wiegt, einen waschechten Mattenschwinger werden. Die zahlreichen Tempowechsel halten die knapp 38 Minuten dieses Albums zusätzlich sehr spannend.

Das mag alles recht unspektakulär zu lesen sein, doch „Grace Submerged“ glänzt durch seinen kompositorischen Anspruch und die Reife, vor allem aber durch die Authentizität und die einzigartige, schöngeistige und dennoch unheilvoll-melancholische Stimmung. Wunderschöne balladeske Stücke wie „Dead End Poem“ oder das THIN LIZZY-Cover „Don’t Believe A Word“ bescheren dem Rezensenten neben Ergriffenheitspipi in den Augen gleichzeitig ein warmes Herz und Gänsehaut, während Songs wie „Guilty Am I“, „Moonlit“ und „Deprivation“ mit ihrer Dramatik zu packen wissen – und den Besen aus der Kammer holen möchte man bei flotten Nummern wie „Going North“ und „The Final Rest“, um die einfachen, aber effektiven Riffs nachzuspielen.

10.05.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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