Paradox - Electrify

Review

PARADOX sind seit zwei Dekaden eine Institution sehr guten Metals. Denn das Debut „Product Of Imagination“
erschien 1987 und seitdem gab es noch ganze zwei weitere Alben dieser deutschen Thrasher. Mit der letzten Veröffentlichung „Collision Course“ aus dem Jahre 2000 setzte die Band einen weiteren Markstein wilden, sauber gespielten Thrashs, der sich auch Melodien nicht verschloss, doch dabei stets hohem Tempo verhaftet blieb und durch die virtuosen originellen Soli sowie die typischen METALLICA-Vibes der Achtziger glänzen konnte. Würde das neue Werk „Electrify“ von Charly Steinhauer & Co. daran anschließen können?

Schon kurz nach den Einlegen der CD wird es in der Tat sehr elektrisch. Diese hellen transparent gespielten Licks mit dem Hall der Achtziger, dabei immer ein verwinkeltes Break im Blick, jedoch zu einem trefflichen druckvollen Hook stets zurückkehrend, immer munter sägend; SATAN (die späteren PARIAH) in ihrer „Suspended Sentenced“-Phase mögen als Bezugspunkt herhalten. Auch FLOTSAM & JETSAMs erste beiden Alben haben es Charly und seiner Crew angetan. Die Gitarren, und das ist DIE Stärke von PARADOX, bieten äußerst saubere Leads und niemals Riffgeschiebe, wie es ja sonst in diesem Genre Standard ist.

Nach einem ruhigen Intermezzo („Paralyzed“) gibt es wieder Volldampf mit „Monument“, melodischer Speed Metal, wie er nicht mehr gespielt wird, es sei denn von DEATH ANGEL: denn Power-, Melodic- oder True Metal werden uns nicht präsentiert, eher Heavy Metal mit Thrash und unglaublich fetten Gitarrenpirouetten. „Portrait In Grey“ zitiert ältere METALLICA in äußerst gelungener Weise, die Äxte stehen immer unter Strom. Ein geiler Song! Gerade auch die ruhigen Akustikeinschübe und die moderneren Aspekte, hier vorsichtig integriert, bieten Abwechslung zum Speed.

Growls, Eunuchengejaule und Keifen sind hier Fremdworte, wozu auch, Sänger Charly bevorzugt die mittlere Variante, die zur Eile antreibt, zu hören in „Hyperspeed Hallucinations“. Interessant: ein Tony Iommy-Solo wird spielerisch angedeutet, die Aneignung erfolgt nicht. „Bridge To Silence“ ist ein wohlgeratener Midtemposong mit modernerem Touch, permanent ackernden Gitarren und einfallsreichem Chorus, „Infected“ rifft wieder und soliert sich nach einer Minute in den Strophenbereich, auch hier kann man hören, dass die Zeit nicht ganz stehengeblieben ist, denn beinahe progressive Aspekte bereichern den Song sowohl im Vocal- wie im Gitarrensektor. Und Charly hat Lust, Gitarre zu spielen, so auch in „Disconnected“. Der Chorus „Losing Control“ enthält beinahe Coverdale-Vibes.

„Cyberspace Romance“ ist kein Titel von HIM, sondern die Ballade des Albums, ein wenig kitschig geraten, ganz die Achtziger. Das Finale „Electrify“ bietet wieder alles, was Gitarrensaiten hergeben können. Das Riffing ist einfach top. Schief wie alte DESTRUCTION, dann ein Lick, meine Güte, kompromisslose stählerne Härte. Die Vocals durchkreuzen das Inferno mit METALLICA-trifft-Grunge-Gesangslinien. Für Leute, die auf unverfälschten Heavy Metal mit Thrash stehen, der sich an sämtlichen Death-, Black-, Gothic- oder Neothrash-Segmenten in Lichtgeschwindigkeit vorbeikatapultiert, ohne ganz auf sehr moderat dosierte moderne Zutaten zu verzichten, sind PARADOX das Richtige. Bitte beachten: das Album braucht ein paar Umläufe, denn die Songs sind variabler geworden. Und Augen auf, DEATH ANGEL und TESTAMENT kommen ja auch bald.

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29.01.2008

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