Phantom Corporation / Catbreath - Commando / Die By The Claw

Review

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Splits haben immer ein kleines Risiko: Im schlechtesten Fall bekommt man zwei halbe Veröffentlichungen, die außer dem gemeinsamen Tonträger wenig miteinander zu tun haben. PHANTOM CORPORATION und CATBREATH umgehen dieses Problem auf „Commando / Die By The Claw“ ziemlich souverän. Death Crust trifft auf Crossover Thrash, beide Bands bringen fünf Songs mit und nach knapp einer halben Stunde ist der Spuk auch schon wieder vorbei.

PHANTOM CORPORATION schicken das Kommando los

PHANTOM CORPORATION eröffnen ihre „Commando“-Seite zunächst überraschend ruhig. „Cursed Lands“ führt mit seinem kurzen, atmosphärischen Intro allerdings nur auf die falsche Fährte, denn spätestens „When All Roads Lead To Hell“ macht Schluss mit Zurückhaltung. Death Metal, Crust und D-Beat krachen aufeinander, dazwischen bleibt immer wieder Platz für melodische Gitarren und groovigere Passagen.

„Deep Well“ setzt diesen Kurs fort, während das nicht einmal einminütige „World Of Hate“ sämtliche Umwege streicht und einmal kurz mit voller Wucht durch den Raum fegt. „Phantom Kommando“ bündelt anschließend noch einmal ziemlich genau das, was die erste Hälfte der Split ausmacht: räudige Energie, Death-Metal-Schwere und genug Melodie, damit zwischen all dem Gerumpel tatsächlich etwas hängen bleibt.

Dass PHANTOM CORPORATION das können, ist spätestens seit „Time And Tide“ keine große Überraschung mehr. Die fünf neuen Stücke wirken entsprechend weniger wie ein Experiment als wie eine kompakte Fortsetzung ihrer bekannten Mischung.

CATBREATH lassen Fat Freddy von der Leine

Auf der anderen Seite wartet mit CATBREATH die deutlich verspieltere Hälfte des Pakets – zumindest was das Konzept angeht. Musikalisch wird nicht weniger ausgeteilt. „Play Dead“, „Inner Piece“ und „Feline Fatality“ kombinieren schnellen Thrash Metal mit Hardcore und Punk, irgendwo zwischen MUNICIPAL WASTE, alten D.R.I. und einer ordentlichen Portion Achtziger-Metal.

Über allem thront Fat Freddy. Das mörderische Katzenmaskottchen gehört seit den Anfängen zum Konzept der Kieler: Aus der zunächst reichlich absurden Idee, Serienmörder-Geschichten aus Sicht eines Katers zu erzählen, wurde ein antifaschistischer Rächer auf vier Pfoten. Seine bevorzugten Opfer sind die von CATBREATH so bezeichneten „Nazi-Ratten“. Oder anders gesagt: ein friedlicher Kater, bis Faschisten auftauchen.

Damit verbindet die Band ihren offensichtlichen Spaß an Katzen-Wortspielen, Splatter und Thrash-Klischees mit einer ziemlich eindeutigen Haltung. Songs wie „The New Claw Order“ oder „All Paws Are Equal“ haben dieses kleine Paralleluniversum schon auf „Slice ‚Em All“ aufgebaut, „Die By The Claw“ führt es konsequent weiter.

Bei „Cross The Gate“ wird es passend dazu etwas finsterer. CATBREATH rücken näher an den Death Metal, ohne ihren Crossover-Charakter zu verlieren. Zum Abschluss gibt es mit „Stand Up And Fight“ noch eine gelungene EXCITER-Coverversion, die sich derart problemlos zwischen die eigenen Songs fügt, dass die Wahl kaum besser hätte ausfallen können.

Zwei Seiten, eine ziemlich runde Sache

Das eigentlich Schöne an „Commando / Die By The Claw“ ist, dass beide Bands unterschiedlich genug klingen, um der Split Abwechslung zu geben, aber trotzdem nie das Gefühl entsteht, hier seien zwei völlig fremde Veröffentlichungen zusammengeklebt worden. PHANTOM CORPORATION liefern die dreckigere, schwerere Seite, CATBREATH erhöhen anschließend Tempo und Crossover-Faktor.

Große Überraschungen sollte dabei niemand erwarten. Beide Bands wissen ziemlich genau, wo sie musikalisch stehen, und erfinden auf ihren jeweils fünf Tracks nichts neu. Bei nicht einmal 30 Minuten Laufzeit ist das allerdings kaum ein Problem. Statt unnötiger Experimente gibt es zehn kompakte Songs, ordentlich Energie und auf CATBREATH-Seite zusätzlich einen Kater mit ausgesprochen gesundem politischen Feindbild.

„Commando / Die By The Claw“ ist damit genau das, was eine gute Split sein sollte: zwei Bands, die ihren eigenen Charakter behalten und zusammen trotzdem ein stimmiges Gesamtbild ergeben.

11.09.2026

Heavy Metal Maniac! :)

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