Replica - Metanoia

Review

Metanoia? Sowas wie Verzeihen? Selbsteinsicht und Buße? Naja, eigentlich selbstverständlich für die vier Konfirmanden aus Ösiland, denn es muss ja ne rauschende Konfirmationsfeier gewesen sein. Mannomann! Mit allem drum und dran.

So rauschend, dass die von mir einmal aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes als Konfirmandenband bezeichnete Truppe keine Kohle mehr für ein so gediegenes Promopaket wie für’s letzte Demo übrig hatte. Keine edle als Ringbuch vorliegende Info… aber wir wollen uns hier ja sowieso nicht blenden lassen und vergessen getrost das trostlose Cover und das Fehlen jeglicher Dreingabe.

Aber wie haben sich denn die Schluchtenrocker nun entwickelt? Zum Beispiel den Groove Band Contest bei Jury und Publikum gewonnen… zwar ist mir die Konkurrenz unbekannt, aber gemäß der vorliegenden Scheiblette ist eines offensichtlich : Die Jungs sind ganz klar nicht mehr im Konfirmandenstatus, sondern schon im Fahrschulalter! Und sie lernen auf vernünftigen Autos! Ihr bereits auf „Rising“ recht eigenständiges Songwriting ist eine ganze Spur vertrackter und noch abwechslungsreicher geraten; Vielschichtigkeit wird groß geschrieben.

Und die kommt Dank der für Demo-Verhältnisse sehr transparenten Produktion auch durchaus zum Tragen. Größtenteils noch klar den Helden wie METALLICA verpflichtet, gehen REPLICA auch punkige Wege wie beim muttersprachlichen „Das Dorf“ (wohnt ihr da, Jungs? Und wenn ja, gibt es dort auch Kameras?). Zudem hat die Mucke einfach Charme.

Allerdings sind die Songs bei weitem nicht mehr so eingängig, wie es noch beim ersten Demo der Fall war… nicht, dass es zu sperrig wäre, aber die langen Laufzeiten der einzelnen Tracks und die streckenweise noch etwas aufgeblähten Songteile müssten noch ein wenig komprimiert werden, um zwingender und griffiger aus den Boxen zu knattern.

Die vier Herren spielen ihren eigenwilligen Thrash aber überdies treibend und auf den Punkt, auch wenn man sich hin und wieder mehr Speed und mehr Akzente im Schlagzeug/Bass-Spiel wünscht, welches zwar sehr songdienlich ist, aber nicht gerade ein Ideenfeuerwerk abbrennt. Naja, nach der Führerscheinprüfung wird das Manko selbstredend behoben sein. Die guten Soli wie beim Opener „Metabolic Destruction“ beweisen denn auch spielend, dass die Jungs technisch über ein gewisses Entwicklungspotential verfügen. Allen voran der Fronter! Was ne dolle Wutz!

Die cleane Stimme muss zwar noch ein bisschen reifen (hau Dir ruhig noch n paar Flaschen Whisky rein!), aber das kratzig-kehlige Geshoute erinnert manchmal an die erste Großtat der Amis von SOLSTICE oder an eine höhergelegte Version von Steve Rowe, während es allerdings auch schon mal… nun ja… sich wie auf dem abschließenden „Mephistopheles“ ein wenig… weibisch anhört… (machste da das Gretchen oder wie?).
Nichtsdestotrotz gewinnt die Musik zu einem nicht unerheblichen Teil durch dieses recht eigenwillige Organ mächtig an einem in diesen Zeiten leider recht raren Qualitätsmerkmal : Unverwechselbarkeit! Verneigung dafür.

Also Jungs, ich freue mich schon auf das nächste Demo nach der Fahrprüfung…

10.02.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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