Sidewaytown - Years In The Wall

Review

Vor vier Jahren erschien mit „Words Are Not What They Seem“ das letzte AUTUMNBLAZE-Album. Zwei Jahre später, im Jahr 2006, gab Bandgründe Markus Baltes die Auflösung der Band bekannt. Dabei, dass es AUTUMNBLAZE nicht mehr gibt, hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert. Markus allerdings musiziert wieder – und veröffentlicht mit seinem neuen Projekt SIDEWAYTOWN das Debütalbum „Years In The Wall“. Von den Werken seiner früheren Band hat er sich dabei merklich distanziert: Stilistisch sind kaum noch Ähnlichkeiten auszumachen, diese sind nur in der Stimmung der Musik zu finden.

„Years In The Wall“ siedelt sich im Bereich des Shoegaze und Post-Rock an, bei den Eigenvergleichen ertönen Bandnamen wie SIGUR ROS, KATATONIA, OCEANSIZE, SLOWDIVE und MY BLOODY VALENTINE. Zudem wird die Musik mit dem Geschichtenerzählen von Regisseur David Lynch (u.a. Lost Highway, Dune – Der Wüstenplanet) verglichen. Selbstbewusst-mutige Vergleiche sind es, die Markus Baltes zieht. Allerdings: Sie sind berechtigt – zum Teil jedenfalls. Dominiert wird das Album von einer sanften, ruhigen Atmosphäre. Melancholische Gitarrenbögen, zart gesponnen über weite Songstrecken, treffen auf einen durchgehend klaren, hellen und warmen Gesang. Die Songs sind meist schwebend sphärisch und bauen sich erst langsam auf, allerdings beweisen einige Stücke auch eine Vorliebe für die härteren Gitarrenwände des Postrocks. „Asylum F22.0“ (Das übrigens überaus stark an die Glasgower MOGWAI erinnert) ist davon durchzogen, „Outpatient: Voice“ steigert sich erst im Schlussteil in härteres Saitenspiel. Die restlichen Stücke sind weniger treibend, dafür tragend und ab und an tragisch. Die Traurigkeit, das ist das musikalische Zuhause von SIDEWAYTOWN. Den Hörer, der dafür empfänglich ist, entführen sie in ebendiese melancholische Welt.

„Years In The Wall“ ist ein Album zum Zurücklehnen und Entspannen geworden. Anhänger der Bands, mit denen Baltes SIDEWAYTOWN selbst vergleicht, werden daran Gefallen finden. Aber auch für Hörer von Postrockbands wie zum Beispiel MOGWAI, EXPLOSIONS IN THE SKY oder SLINT bietet die CD Anlass zur Freude. Letztlich ist das Album durchweg gelungen und beinahe ideal, um sich zurückzulehnen, dem Alltagsstress zu entfliehen und in entspannende Klanglandschaften einzutauchen. Allerdings: Die Begeisterungsfähigkeit, die u.a. von den genannten Postrockbands ausgeht, die Fähigkeit, mit leisen Tönen den Hörer ohne Chance auf Widerstand zu fesseln, die haben SIDEWAYTOWN noch nicht im ganz großen Maße. Man darf also gespannt sein, was die Zukunft bringt.

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28.01.2008

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