Silent Decay - Kings Of The Dead End Road

Review

Man kennt ja das Spielchen: Seitdem Metalcore nicht mehr der größte Trend unter Musikers Sonne ist, etikettieren Bands, die irgendwann einmal irgendwie Metalcore waren, reihenweise ihre Musik um: Nein, wir machen keinen Metalcore, wir mögen sowieso keine Schubladen, es ist völlig egal, wie du unsere Musik nennst, wir machen einfach nur Metal. Ganz so einfach ist diese Rechnung natürlich nicht, und auch bei SILENT DECAY aus München geht sie nicht richtig auf.

Zugegeben: Kollege Death.angel hat bereits bei deren letztem Album „The Pain Of Creation“ ein weitergefasstes Spektrum an Stilen und Einflüssen erkannt, und natürlich spielt der Fünfer tatsächlich keinen reinen Metalcore. Dafür richten SILENT DECAY auch auf ihrem neuesten Album „Kings Of The Dead End Road“ den Fokus zu stark auf Melodien: „With Kisses From The Underground“ und „Behind The Walls“ sind insgesamt ziemlich eingängig geraten und leben stark von ihren Refrains, die nett ins Ohr gehen und dort auch bleiben.

Bis der Hörer allerdings so weit gekommen ist, muss er sehr stark sein: Der Opener nervt nämlich zunächst mächtig mit hysterisch überdrehten und quiekenden Vocals und abgegriffenen Riffs vom Wühltisch. Natürlich besitzt der Song aber noch eine Wendung, denn im Refrain entlockt Sänger Tobi seiner Stimme plötzlich klare Töne. Das ist auch das Rezept für das etwas langsamere „Hell Contacts Me Every Day“, während „From Dusk Till Dawn“ überraschenderweise auf dieses Stilmittel verzichtet. Nicht jedoch auf bereits hundertfach gehörte Gitarrenriffs. „Through The Eyes Of A Mother“ wiederum ist gemächlicher Viervierteltakt-Metalcore, wohingegen „Beauty Queen“ mit seinen neo-thrashigen Riffs flotter unterwegs ist. Abwechslung ist also vorhanden, allerdings keine überragenden Ideen. Die deuten sich zwar kurz beim Abschlusstrack „Far Away“ an – allerdings fügen sich die netten Riffs und der nette Refrain nie zu einem Ganzen.

Auf der Habenseite steht jedoch das schicke Artwork von „Kings Of The Dead End Road“ und die mehr als solide Leistung der Musiker an ihren Instrumenten, wohingegen der Sound für ein Metal-Album seltsam kraftlos ist – denn dafür sind die Gitarren viel zu sehr in den Hintergrund gemischt. Zieht man diese Faktoren alle zusammen, ist „Kings Of The Dead End Road“ also ein eher mäßiges Album geworden. Einserseits sind die Hits, die mancher auf dem letzten Album en masse fand, hier rar gesät. Andererseits schaffen es SILENT DECAY nur in Ansätzen, aus bekannten Zutaten ihr eigenes, würziges Süppchen zu kochen.

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30.06.2009

- Dreaming in Red -

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