Star Of Ash - The Thread

Review

Nach dem schon lange zurückliegenden Debüt von 2002 steht nun das zweite Album von STAR OF ASH in den Startlöchern. Unterstützung für die Norwegerin Heidi Solberg Tveitan hinter dem Projekt gab es auch diesmal, unter vielen anderen beispielsweise vom österreichischen Ambient- und Elektronik-Musiker MARKUS REUTER.

Wo „Iter.Viator“ noch mehr Freude am Ungewohnten bewies, besinnt sich „The Thread“, ganz im Sinne des sprichwörtlichen roten Fadens, auf durchgängige Melodien und direktere Arrangements. Trotzdem dürften Fans des Erstlings nicht verschreckt werden, ganz im Gegenteil. Abgegriffenheit oder Plattheit zu unterstellen wäre ein folgenschwerer Fehler, mit dem man dem Album erstens die Chance nimmt, sich zu entfalten, und zweitens die Tiefgründigkeit der Melodien verkennt. Trotz aller Eingängigkeit bleibt es immer verhalten, regt zum Träumen und Abschweifen aber mehr als zum Nachdenken an. Wer Richtungslosigkeit wittert, liegt dabei nicht einmal so falsch, trotzdem rührt ein nicht unbedeutender Teil der Wirkung von „The Thread“ gerade daher; es kann dem Album deswegen wohl kaum angekreidet werden.

Reich ist die Instrumentierung, groß die Anzahl der Synthesizerklangfarben und Geräusche, durch die das immerpräsente Thema wie – nun, wie ein Faden eben – gewoben wird: Auch im kleinsten Teil spiegelt sich noch der große Melodiebogen vom ersten zum letzten Stück wieder. Das hat allerdings auch Konsequenzen: In der wundervollen Melange aus mal flächigem, mal verspieltem Ambient, sanft schwadronierendem Bass und bisweilen verzerrter Gitarre als Gegengewicht zum verhaltenen Schlagzeug ragt nichts so recht hervor. Nicht einmal die wundervolle Stimme von Frau Tveitan, die nur dezent auf sich aufmerksam macht, will überhaupt fesseln: STAR OF ASH weist hier jegliche Befangenheit von sich, gibt allem die Möglichkeit, so zu wirken, wie es der Hörer bei sich ankommen lässt. So gesehen erfordert auch der Zweitling wieder ein offenes Ohr, nur fällt die Interpretation und das Verständnis diesmal ungleich leichter.

Jedes Fetzchen Musik trägt so seinen Teil dazu bei, „The Thread“ zu einem ganzheitlichen Musikerlebnis zu machen, das störende Einflüsse vollkommen ausschaltet. Wer den Widerspruch, das Harsche und das Experimentelle in der Musik liebt und sie ohne das nicht ertragen kann, wird nicht viel Freude hiermit haben. Alle anderen lädt STAR OF ASH zu einer schönen Reise durch melodische Weiten ein.

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17.03.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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