Soundcheck September 2026# 24
Galerie mit 22 Bildern: Tanzwut - Wacken Open Air 2023


Zugegeben, für diesen Schreiberling spielten TANZWUT immer in der zweiten oder dritten Liga der Folk- und Mittelalter-Rockbands und konnten mit IN EXTREMO oder SUBWAY TO SALLY nie mithalten. Ein lahmer Liveauftritt vor ein paar Jahren im Vorprogramm einer anderen Gruppe und die furchtbaren Coverartworks der Frühphase taten ihr Übriges. Nun ist die aktuelle Platte „Herz Aus Stein“ im Soundcheck gelandet und braucht eine Rezension. Da kann man es ja mal mit dem Redakteur versuchen, der sich auch sonst um den ganzen Kram kümmert, der in der Redaktion liegen bleibt.
TANZWUT öffnen ihr Herz aus Stein
Die ersten Töne des Openers zeigen, dass man allen eine zweite Chance geben sollte. „Rosenkrieg“ überzeugt mit pointiertem Dudelsack, coolem Text und ordentlich Dampf auf dem Kessel. Auch die Stimme von Sänger Teufel ist nicht so schwachbrüstig, wie wir sie in Erinnerung hatten. Klar, er ist kein Michael Rhein, aber er hat eine raue, leicht deutschrockige Ader, die gut zum Sound passt.
Über die knappe Stunde Spielzeit hinweg präsentieren TANZWUT Folk Rock mit unterschiedlichen Themen. Mal geht es um Freundschaft, mal ums Saufen, mal um Hoffnung. Zwar ist nichts dabei, das sofort für Gänsehaut sorgt, doch trotz der langen Laufzeit und der sich ähnelnden Strukturen kommt keine Langeweile auf.
Das größte Highlight befindet sich am Ende des Albums: Hier haben sich TANZWUT mit der Crème de la Crème der deutschen Folk-Rock-Szene zusammengetan und ein gemeinsames Lied geschaffen, das wirklich schön ist. Inhaltlich geht es um den Einfluss künstlicher Intelligenz auf die Musik. Beim Hören hofft man, dass dieser möglichst gering bleibt. Einen Eric Fish oder Alea (SALTATIO MORTIS) haben wir sofort erkannt – KI-Sänger sind eben austauschbar.
„Herz Aus Stein“ lässt einen nicht kalt
Gut, dass TANZWUT auf unserem Schreibtisch gelandet sind, denn anno 2026 tönen sie deutlich interessanter aus den Boxen als bislang. Für die Oberliga reicht das noch nicht, wohl aber für einen Funken neues Interesse.

Jannik Kleemann































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