The Beauty Of Gemina - Ghost Prayers

Review

Galerie mit 23 Bildern: The Beauty Of Gemina - Wave Gotik Treffen 2015

Melancholisch und rockig melden sich THE BEAUTY OF GEMINA mit ihrem sechsten Album zurück. War man von den Schweizern immer eine gehörige Portion Electro mit in den Songs gewohnt, belassen sie es auf „Ghost Prayers“ bei purem Rock mit vielen Darkwave Sounds. Runder klingt die neue Platte, reifer. Von der Traurigkeit hat man sich dabei dennoch kein Stückchen entfernt.

Schon der Opener „One Million Stars“ ballert kräftig in den Ohren, wie man es von der Band um Michael Sele so gar nicht kennt. Das Laute und Rockige bildet einen spannenden Kontrast zum Nachdenklichen und Sphärischen im Song. „All Those Days“ ist hingegen ein typischer TBOG-Track: purer Darkwave mit zügigem Tempo und der tiefen, warmen Stimme von Michael Sele. Prägnant ist die vordergründige Gitarre, die in den Hintergrund gerückten Elektroelemente begleiten stattdessen nur noch leise das Lied und tragen es nicht mehr. Dass THE BEAUTY OF GEMINA auch langsam können, beweist „Hundred Lies“: schwer, pathetisch und tragend entwickelt sich der Song erst recht spät und bleibt auch drückend. Die fast leichten Gitarren machen jedoch auch diesen Song äußerst stimmig und sphärisch. Es ist dennoch angenehm, dass mit „Dancer On The Frozen Lake“ das Tempo wieder etwas angezogen wird. Schon mit dem Titel malt man sich als Hörer die schönsten Bilder im Kopf, die von dem Song wunderbar begleitet werden, genau wie es besungen wird, „dancing in my head“. Bemerkenswert ist auch, wie Michael Sele mit seiner Stimme spielt. Teilweise hört man nicht mehr als ein sanftes Hauchen bei „Dancer On The Frozen Lake“, wird es bei „Run Run Run“ wieder kräftig mit reichlich Hall. Oft wird auch zwischen klarem und leicht nuscheldem Gesang gewechselt, was jedem Song nochmal eine eigene Magie verpasst.

Durch die technische und auch lyrische Brillanz werden die 12 Stücke, die eine Gesamtlänge von über einer Stunde haben, auch aus dem klassischen Strophe-Bridge-Refrain-Schema herausgenommen. „Down By The Horses“ macht nach der ganzen Schwermut auf der Platte richtig Spaß, erinnert an Johnny Cash und besticht durch klassisch-schöne Country-Elemente. Wieder schaffen es THE BEAUTY OF GEMINA, durch ihre Klangmalerei und eine sehr detailverliebte Gitarre am Ende des Liedes die belebtesten Bilder im Kopf zu kreieren. Nach der beschwingten Nummer wirft „When We Know“ den Hörer dann wieder zurück in die Melancholie. Die dezenten, langsamer lauter werdenden Streicher im Hintergrund in Kombination mit der vordergründigen Akustikgitarre machen selbst aus dem simplen Track eine starke, eigenständige Nummer. Hier zeigt sich, woher die Band ihren Status hat: Selbst mit sehr wenigen Elementen zaubern THE BEAUTY OF GEMINA Lieder, die stark, groß und pathetisch wirken. Ohne Schlagzeug, ohne Schnickschnack, ohne unnötige Überproduktion. Hier wird auch die Kraft und Vielfalt der eigenen Stimme deutlich, wieder spielt Michael Sele großartig und vor allem passend mit den Vocals. „Dragon“ schließt sich diesem Song perfekt an, nimmt wieder mehr Instrumente auf, hat mehr Kraft und setzt die Schwermut fort. Auch die typische Darkwave-Nummer „I Wish You Could Die“ sticht durch eine einzigartige Gitarre hervor. Völlig konträr schließt sich „Time For A Headache“ an, schneller, cleaner, wieder mit einer  wunderbaren Akzentuierung  der Akustikgitarre zwischen einer harschen E-Gitarre. Die vorab ausgekoppelte Single „Mariannah“ dürfte dem ein oder anderen schon bekannt sein, bedarf aber trotzdem einer Besprechung: Ein ungewöhnlicher Rhythmus in großartiger Symbiose mit reichlich Country-Einfluss, Akkordeon  und der tiefen Stimme von Michael Sele als Kontrast hat man so von THE BEAUTY OF GEMINA nie zuvor gehört. Der Song rüttelt wach, bevor sich das Album mit dem 12-minütigen „Darkness“  dem Ende neigt. Ein großartiges Piano, eine schwere Gitarre und sehr wenig Gesang machen die 12 Minuten zu einem großen Hörerlebnis.
Mit „Ghost Prayers“ spielen THE BEAUTY OF GEMINA wieder gekonnt mit allen Facetten der Traurigkeit. Detailverliebte Elemente und lyrisch hochbrillante Texte machen „Ghost Prayers“ zu einem der Höhepunkte der bisherigen Karriere der Schweizer. Abwechslungsreich, nie zu schwer, nachdenklich und stimmlich vielfältig nimmt und Michael Sele mit in die Welt der Melancholie, erzeugt fantastische Bilder im Kopf und lädt zum Träumen ein. „Ghost Prayers“ fesselt auf eine derart angenehme Art und Weise, dass man sich nach dem letzten, zunächst überraschend langen „Darkness“ sogleich wundert, wie schnell diese schöne Platte vorbei ist. Absolut brillant.

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06.03.2014

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